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Bauunternehmer Klaus Rohletter
neu im Vereins-Vorstand

Gruppenbild des neu gewählten Vorstandes zusammen mit dem Vereins-Geschäftsführer (Bild: Tilman Lochmüller)
Einmütige Abstimmungen und hohe Zufriedenheit: die Mitglieder des Vereins Mittelhessen im Bürgerhaus Romrod (Bild: Tilman Lochmüller)

Vorfreude auf die ersten Tage der Industriekultur und turnusgemäße Wahlen beim Verein Mittelhessen

Zahlreiche neue Gesichter begrüßte Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich als Vorsitzender des Vereins Mittelhessen zur 15. Mitgliederversammlung des stetig wachsenden regionalen Netzwerkes aus Unternehmen, Kommunen und Institutionen. 80 der inzwischen 229 Mitglieder waren am 17. Mai 2017 in das Bürgerhaus Romrod gekommen, um turnusgemäß den Vorstand zu wählen und untereinander in Kontakt zu kommen. Dies geschieht insbesondere über thematische Veranstaltungen wie die Tage der Industriekultur, die dieses Jahr vom 22.-25. Juni zum ersten Mal in Mittelhessen stattfinden.

„Wir wissen viel über die Region, lassen Sie uns darüber reden“, lud Dr. Christoph Ullrich die Vertreter ein, das Motto des Vereins „Im Dialog zum Erfolg“ wörtlich zu nehmen. Große und kleine innovative Unternehmen, die einmalige Hochschullandschaft und die höchste Studierendendichte seien neben der zentralen Lage beste Voraussetzungen für Mittelhessen, das auch mit Highlights wie dem vor kurzem in Romrod eröffneten Lutherweg punkten könne. Was der Geopark Vulkanregion Vogelsberg der Region bringt, berichtete Hartmut Greb, Geschäftsführer des gleichnamigen Vereins und begann mit einem für einige unbekannten Fakt: „Wussten Sie, dass der Vogelsberg das größte geschlossene Vulkangebiet Europas darstellt?“ Dieses einmalige Naturerlebnis solle genutzt werden, um weitere Besucher für Basalt-Geotope, Rad- und Wanderwege zu begeistern; als zusätzlicher Anziehungspunkt werde am 1. Juli 2017 das neue Vulkaneum in Schotten eröffnen. Insbesondere die Steinbrüche sind nicht nur Naturschauspiel, sondern auch Zeugen der Industriekultur in Mittelhessen. Wie Gruben und Produktionsstätten stehen sie bei den ersten Tagen der Industriekultur ganz im Mittelpunkt: „Unternehmen bieten Führungen an, Museen Ausstellungen und eine große Sternwanderung bewegt sich auf dem Bergmannspfad zu den ersten Schmelz- und Schmiedetagen im Besucherbergwerk Grube Fortuna“, fasste Dr. Ullrich zusammen. Über 40 Institutionen beteiligen sich mit über 90 Veranstaltungen in allen fünf Landkreisen. „Wir sind von der Resonanz überwältigt!“ Das Programm werde in Kürze auf industriekultur-mittelhessen.eu veröffentlicht.

Der Vorstand des Vereins Mittelhessen nach seiner Wahl 2017 in Romrod (von links): Dr. Frank Schmidt, Heiko Stock, Dr. Christoph Ullrich, Dr. Lars Witteck - es fehlen: Annegret Puttkammer, Klaus Rohletter, Gunter Schneider
Der Vorstand des Vereins Mittelhessen nach seiner Wahl 2017 in Romrod (von links): Dr. Frank Schmidt, Heiko Stock, Dr. Christoph Ullrich, Dr. Lars Witteck - es fehlen: Annegret Puttkammer, Klaus Rohletter, Gunter Schneider

Einstimmig verliefen die Abstimmungen der Mitglieder, die Thomas Janssen aus dem Vorstand verabschiedeten. Auf den Geschäftsführer von Pharmaserv, dem Betreiber des Standortes Behringwerke Marburg folgt Klaus Rohletter aus Limburg. Der Vorstandsvorsitzende der Bauunternehmung Albert Weil AG ist bereits Vorsitzender des Netzwerks Wirtschaft und freute sich auf das neue Amt: „Wir machen Mittelhessen stark und reden darüber!“ Der restliche Vorstand wurde ohne Änderungen für zwei Jahre bestätigt: neben Dr. Ullrich als Vorsitzenden und Klaus Rohletter sind das Dr. Frank Schmidt, Bürgermeister der Gemeinde Löhnberg, als Stellvertretender Vorsitzender und der Lautertaler Bürgermeister Heiko Stock als Finanzvorstand. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden Annegret Puttkammer (Pröpstin für Nord-Nassau in der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau), Gunter Schneider (Geschäftsführer der Schneider GmbH & Co. KG) und Dr. Lars Witteck (Generalbevollmächtigter der Volksbank Mittelhessen eG) gewählt. Als Kassenprüfer berichteten Manuela Giorgis und Wolfgang Hofmann, sie empfahlen die Entlastung des Vorstandes, der die Mitglieder folgten. Als Nachfolger von Hofmann wurde Sebastian Finck von der Sparkasse Marburg-Biedenkopf gewählt.

Jens Ihle, der zugleich Geschäftsführer des Vereins und der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH ist, berichtete den Mitgliedern von Vernetzung und Vermarktung zugunsten der Region, in die oft auch Vereinsmitglieder eingebunden seien: so hänge ein Großbanner am Gießener Güterbahnhof auf einer Fläche, die von einem Unternehmen zur Verfügung gestellt wurde. Ein ausgebuchter Workshop zur Fachkräftesicherung habe bei einem Mitglied in Limburg stattgefunden und beim zweiten StartUp-Weekend in Marburg vom 19.-21. Mai 2017 seien zahlreiche IHKs, Städte, Landkreise und Unternehmen als Partner dabei. Ein großer Erfolg sei die Ansiedlung des europäischen Marktführers im Cloud-Computing, OVH, die eine Immobilie in Limburg als Rechenzentrum umgebaut hätten. Hier seien die Wirtschaftsförderungen von Stadt, Kreis und Region zusammen mit der Landes- und Bundesebene erfolgreich aktiv gewesen. An Beispielen aus den Bereichen „Digitale Bildung“, „Neue Arbeitsweilten“ und Hochschulmarketing zeigte Ihle aus, wie aus der Vernetzung innerhalb der Region Initiativen und konkrete Projekte entstehen. Dass der eingeschlagene Weg den Mitgliedern gefällt, haben diese in einer anonymen Befragung gezeigt: Martin Lacroix (Metrify) berichtete, dass die Gesamtnote von 2,39 im Jahr 2015 auf 2,23 gestiegen sei. Insbesondere die Aktivitäten in Vernetzung und Vermarktung wurden sehr positiv wahrgenommen. 62 Prozent der Mitglieder bewerten den Nutzen ihrer Mitgliedschaft als hoch. Diese Zufriedenheit solle genutzt werden, um weitere Mitglieder für das regionale Netzwerk zu akquirieren, rief Dr. Christoph Ullrich zum Schluss auf: „Sie sind Botschafter, sprechen Sie über die Region und über den Verein!“

Regionales Portal für
Personalverantwortliche und Newcomer

Startseite unter www.welcome.mittelhessen.eu

Ab sofort haben Personalverantwortliche in Mittelhessen, aber auch neuankommende Arbeitskräfte in der Region eine neue Anlaufstelle im Netz: Über das Portal welcome.mittelhessen.eu, das zur Gruppe der von der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH (RMG) betreuten Websites gehört, stehen Angebote zur Verfügung, die zum einen die Willkommenskultur für Fach- und Führungskräfte fördern sollen, zum anderen aber auch allgemein Themen im Bereich Human Ressources zum Gegenstand haben. Das Projekt reiht sich damit ein in die Folge von unterstützenden Maßnahmen, mit denen die RMG gemeinsam mit dem von ihr organisierten Arbeitskreis Willkommenskultur mittelhessische Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften unterstützen will.

Über das Portal erreichen die beiden Zielgruppen jeweils auf sie zugeschnittene Inhalte: Im Bereich für Personalverantwortliche - direkt erreichbar unter der Adresse personaler.mittelhessen.eu - erfahren Mitarbeiter aus den Personalabteilungen interessante Neuigkeiten aus dem Bereich Human Ressources, können dort aber auch den Newsletter WELCOME des Regionalmanagements abonnieren.

Neuankommende in der Region erfahren auf der Unterseite newcomers.mittelhessen.eu mehr zu Veranstaltungen der Reihe "Newcomers Day @ ..." und können sich dort auch direkt zu den Events anmelden. Außerdem gibt es dort Informationen zu weiteren Newcomers-Aktivitäten wie dem Newcomers Guide und der Newcomers App sowie Fotos und Videos vergangener Newcomer-Aktivitäten.

Die neue Website gehört zu einer Reihe von Online-Auftritten, die die zentrale Seite des Regionalmanagements, www.mittelhessen.eu, ergänzen. Dazu zählen das Blog "Wissen, Werte Wirtschaft" und ein erst im vergangenen Monat online gegangenes neues Veranstaltungsportal.

MINTmit-Preis 2017 geht an
Gruppe von fünf Schulen

Video starten Dr. Arno Roth (Vorsitzender der Unternehmensleitung der Schunk Group), Angelika Berbuir (Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar), Dr. Martin Pott (Handwerkskammer Wiesbaden), Marc Almon (Theo-Koch-Schule), Jens Ihle (Geschäftsführer Regionalmanagement Mittelhessen GmbH), Andreas Gehring (Gesamtschule Gießen-Ost), Prof. Dr. Katja Specht (Vizepräsidentin Technische Hochschule Mittelhessen), Dr. Anke Ordemann (Weidigschule Butzbach), Matthias Storck (Landgraf-Ludwigs-Gymnasium Gießen), Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher (Schirmherr), Ulrich Fuchs (Liebigschule), Sascha Drechsel (Hessenmetall Mittelhessen) und Klaus Repp (Präsident Handwerkskammer Wiesbaden) (von links)

„Mittelhessische MINT-Nacht“ erhält Preis des Regionalmanagements als Projekt, das Kinder und Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik begeistert

Zum dritten Mal hat das Netzwerk Bildung im Regionalmanagement Mittelhessen in der vergangenen Woche den MINTmit-Preis verliehen. In den Räumen der Heuchelheimer Schunk Group übergab Schirmherr Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, Gründer des Gießener Mathematikums, am Donnerstag vergangener Woche (27.4.17) Vertretern des Projekts „Mittelhessische MINT-Nacht“ die Trophäe. Über das von der Schunk Group gestiftete Preisgeld in Höhe von 2500 Euro freuten sich die fünf kooperierenden MINT-EC-Schulen Gesamtschule Gießen Ost, Landgraf-Ludwigs-Gymnasium Gießen, Liebigschule Gießen, Theo-Koch-Schule Grünberg und Weidigschule Butzbach.

„Als Technologie-Unternehmen brauchen wir MINT“, sagte Dr. Arno Roth, Vorsitzender der Unternehmensleitung der Schunk Group, in seiner Begrüßung. „Wir können nicht genügend Ingenieure haben.“ Auf der jüngsten Hannover-Messe hätten Personalkontakte den gleichen Stellenwert genossen wie die Kontakte zu Kunden, fügt Roth hinzu. Die Abkürzung MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik; mit dem Preis will das Netzwerk Bildung Aktionen in Mittelhessen würdigen, die Kinder und Jugendliche auf „kreative und innovative Weise“ für Fächer aus diesen Bereichen begeistern. Die Jury hatte in diesem Jahr insgesamt neun Wettbewerbsbeiträge aus ganz Mittelhessen zu beurteilen. Erfahren Sie mehr über dieTeilnehmer in der MINT-Serie in unserem Weblog.

Zum dritten Mal hatte der Mittelhessen-Botschafter Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher die Schirmherrschaft über den Wettbewerb übernommen. Es habe auch in diesem Jahr wieder ein hochqualifiziertes Teilnehmerfeld gegeben, sagte Beutelspacher. „Jeder der mitgemacht hat, ist schon ein Gewinner“. Dr. Martin Pott, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden und Leiter des Netzwerks Bildung, hielt in seiner Vorstellung der regionalen Bewerber fest: „Mit MINT kann man gar nicht früh genug beginnen!“ und wies auf die Portraits der Projekte hin, die unter blog.mittelhessen.eu zu finden seien. Prof. Dr. Katja Specht, Vizepräsidentin Technische Hochschule Mittelhessen und Mitglied der Jury, bescheinigte dem diesjährigen MINTmit-Sieger „hohes Potenzial als Modell für andere Schulen.“ Besonders beeindruckt habe die Preisrichter die regionale Vernetzung des Projekts.

Bei der „Mittelhessischen MINT-Nacht“ haben bis zu vier Teams aus den teilnehmenden Schulen mit Mitgliedern aus den Jahrgangsstufen fünf bis zehn MINT-Themen an unterschiedlichen Orten in Mittelhessen präsentiert – jeweils unterstützt von lokalen Sponsoren. Dabei sei das Interesse bei den Kindern und Jugendlichen sehr groß gewesen, sagte Specht. Die Schulen organisieren die Mittelhessische MINT-Nacht bereits seit 2013, sagte Andreas Gehring von der Gießener Ost-Schule. In diesem Jahr habe ihn besonders ein Projekt zum Goldenen Schnitt begeistert, bei dem ein Schüler aus der Unterstufe diese mathematische Regel für Proportionen anhand von Beispielen aus der Kunst und der Natur präsentierte.

Dr. Anke Ordemann von der Butzbacher Weidigschule zeigte sich besonders begeistert von einem Vortrag über Forensik – gehalten von Siebtklässlern. „Es wurde sogar in Richtung DNA-Analyse experimentiert." Auch bei der Mittelhessischen MINT-Nacht würden Beiträge mit Unterstützung der Sponsoren prämiert, sagte Gehring. Wichtig sei aber, „dass die Schüler ein Erlebnis haben und feststellen, dass es nicht so schwer ist, in der Hochschule ein MINT-Projekt zu präsentieren“, betonte er. Gewonnen hätten daher alle beteiligten Schüler und natürlich MINT.

Der vom Regionalmanagement Mittelhessen ausgeschriebene Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt, die Ausschreibung für den nächsten MINTmit-Wettbewerb erfolgt im Herbst 2018.

Digitale Welt
braucht digitale Bildung

Die Beteiligten des Bildungsforums beim Gruppenbild (von links: Dr. Martin Pott (HWK Wiesbaden/Leiter des Netzwerks Bildung), Prof. Dr. Marianne Friese (Justus-Liebig-Universität Gießen), Claudia Wehrle (hr info), Alexander Sperl (Justus-Liebig-Universität Gießen), Dr. Gerd Hackenberg (IHK Lahn-Dill), Tino Zenker (Brüder-Grimm Schule Gießen), Kerstin Gromes (Staatliches Schulamt Gießen-Vogelsberg), Stefan Deibel (Lück Gruppe), Terence Hielscher (MoBerries GmbH), Jens Ihle (Regionalmanagement Mittelhessen GmbH), Sabine Köhler-Lindig (Gießener Anzeiger)

Mittelhessen positioniert sich auf dem 5. Bildungsforum als „Bildungsregion 4.0“

Ob in Schule, Hochschule oder der betrieblichen Ausbildung, die Bildung müsse der Entwicklung hin zur Digitalisierung folgen. Darin waren sich die Experten beim 5. Mittelhessischen Bildungsforum einig, das vor kurzem auf Einladung des Netzwerks Bildung im Regionalmanagement Mittelhessen stattfand. Den über 100 Fachleuten, die im Hauptgebäude der Justus-Liebig-Universität zusammen gekommen waren, war aber auch klar, dass dies nur funktionieren kann, wenn von Anfang an Medienkompetenz aufgebaut und von allen Beteiligten gelebt wird. Das Bildungsforum war in seiner vernetzender Funktion ein erster Schritt zu einer „Kompetenzregion Bildung 4.0“.

„65 Prozent der heutigen Schulkinder werden in Jobs arbeiten, die es heute noch gar nicht gibt“, berichtete Terence Hielscher vom Berliner StartUp MoBerries GmbH über eine Studie und warf damit einen Blick in die Zukunft von Bildung: „Weil es so schnell veraltet, können wir gar kein technisches Wissen vermitteln, entscheidend ist das kulturelle Wissen“. Um das zu üben, plädierte er für fachübergreifende Team-Projektarbeiten an Schulen; statt nachzuahmen komme es darauf an, selbstständig denken und bewerten zu üben. Hielscher zeigte überdies Trends, die in anderen Ländern längst Wirklichkeit sind wie personalisiertes Lernen, das unabhängig vom Ort des Lernenden stattfinden kann. Er prophezeite, dass bereits im Jahr 2020 digitale Intelligenz Bewerber besser bewerten könne als Menschen.
Dass die digitale Arbeitswelt auch vor Ort Einzug längst gehalten hat, zeigten drei heimische Praktiker. Claudia Coburger-Becker vom Regierungspräsidium Gießen berichtete, dass die Einführung der digitalen Akte nicht nur auf Gegenliebe gestoßen ist. „Mit ihr geht es aber für alle Beteiligten schneller und leichter, und ermöglicht eine viel bessere Kommunikation mit Bürgern“. Das neue System habe gezeigt, dass die Kompetenz wichtiger als die Technik sei. Diese Erkenntnis bestätigte Dr. Max Rempel vom Mittelhessischen Druck- und Verlagshaus: „Die Zukunft erfordert Datenkompetenz, kombiniert mit logischem Denken.“ Nicht zu vergessen sei jedoch aus seiner Sicht das wirtschaftliche Grundverständnis, Offenheit und Lernbereitschaft. Diese Eigenschaften sind auch in der Lück Gruppe gefragt, über die Stefan Deibel berichtete, dass die Bereitschaft zur Digitalisierung völlig altersunabhängig sei: „Unsere sechzigjährigen Handwerksmeister sind Vorreiter, wenn es darum geht, Neues auszuprobieren“ Trotz aller Digitalisierung sei das gemeinsame Voneinander-Lernen vor Ort aus seiner Erfahrung unverzichtbar.

In vier Foren kamen die Teilnehmer aus Schule, Hochschule, Aus- und Weiterbildung sowie Medien aus ganz Hessen übereinstimmend zum Ergebnis, dass Bedien-Kompetenz der Nutzer ebensowenig ausreiche, wie alle Räume mit Technik auszustatten. Dr. Manuel Lösel, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium erklärte: „Wenn wir Schulen mit Breitband und Smartboards versorgen, muss auch das gesamte Kollegium fit gemacht werden. Denn der einzelne Lehrer bleibt in der Schule der entscheidende Faktor.“ Die von den Fachleuten des Netzwerks Bildung moderierten Foren zeigten insbesondere eine große Bereitschaft zum Austausch über die Grenzen der eigenen Institution hinweg. Dr. Gerd Hackenberg von der IHK Lahn-Dill, der das Bildungsforum zusammen mit einem Arbeitskreis vorbereitet hatte, erklärte: „Wir müssen uns und die Schüler, Auszubildende und Studierende auf die digitalisierte Welt vorbereiten. Das Wissen ist inzwischen jederzeit verfügbar, wir müssen jetzt an den Kompetenzen arbeiten, um in der digitalisierten Arbeitswelt bestehen und diese aktiv gestalten zu können.“ Der Leiter des Netzwerks Bildung, Dr. Martin Pott von der Handwerkskammer Wiesbaden bot der Politik, aber auch den Bildungsträgern die Zusammenarbeit an: „Wir haben heute den Grundstein für ein „Kompetenzzentrum Bildung 4.0“ gelegt. Mit unserem Netzwerk haben wir die strukturellen Voraussetzungen, um Pilotprojekte im Bereich Medien- und Vermittlungs-Kompetenz zu beginnen.“

Alexander Sperl von der Justus-Liebig-Universität Gießen und Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing von der Philipps-Universität Marburg stellten in Ihrem Forum fest, dass der Stellenwert von Lehre in den Hochschulen ausgebaut werden kann. „Die Hochschulen bilden die Lehrer der Zukunft aus, die die Schüler der Zukunft ausbilden“, wies Sperl auf die Wichtigkeit der Hochschulen für die Bildungslandschaft hin. „Technisch sind wir gut ausgestattet“, erklärte Kerstin Gromes vom Staatlichen Schulamt Gießen-Vogelsberg, die Herausforderung bestehe in der Förderung der digitalen Kompetenz von Lehrkräften. Tino Zenker, selbst Lehrer an der Gießener Brüder-Grimm-Schuledie sieht Vorteile für die digitale Bildung: „Die schnelle Rückmeldung und die Individualisierung sind viel leichter als beim Frontalunterricht im Klassenverband.“ Einen weiteren Aspekt ergänzte das Forum rund um die Aus- und Weiterbildung: „Zur digitalen Bildung gehören auch das Wissen um Datenschutz und die Förderung des lebenslangen Lernens“, betonten Dr. Hackenberg und Prof. Dr. Marianne Friese von der Justus-Liebig-Universität Gießen in der von Claudia Wehrle (hr info) moderierten Abschlussrunde, die Medienkompetenz stehe aber im Mittelpunkt. „Dazu gehört auch der kritische Umgang mit Medien“, forderte Sabine Köhler-Lindig vom Gießener Anzeiger. Das Einordnen sei weniger eine Frage des Alters, sondern vielmehr des Bildungsstandes. „Damit kann man nicht früh genug beginnen!“

Der Standort Mittelhessen
spricht jetzt international

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Regionalmanagement stellt englischsprachigen Film und Website einen Tag vor dem Brexit-Antrag vor

Um die Vermarktung des Standortes Mittelhessen international zu verstärken, hat das Regionalmanagement Mittelhessen einen Tag vor dem Brexit-Antrag einen neuen englischsprachigen Film mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie die englischsprachige Website en.mittelhessen.eu vorgestellt. „Die Entwicklungen rund um den „Brexit“ waren Anlass, mehr Informationen über die Region in englischer Sprache anzubieten“, erläutert Jens Ihle, Geschäftsführer der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH. „Niemand steht glaubhafter für den Standort als diejenigen, die sich bereits für ihn entschieden haben. Wir sind deswegen sehr dankbar für die Experten aus Hochschule und Unternehmen, die über Mittelhessen aus Ihrer persönlichen Sicht sprechen.“ Sieben Persönlichkeiten äußern sich auf Englisch, darunter Peter Hanker, Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen, Markus Lusser, Präsident der Leica Microsystems GmbH (Wetzlar), Craig Shelanskey, Geschäftsführer der CSL Behring GmbH (Marburg), Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen und Jens Schmidt, Vorstand der Stadtwerke Gießen AG, die die Erstellung des Filmes durch ihr Sponsoring ermöglicht haben. „Die Stadtwerke Gießen sind gemäß ihres Mottos „Mit Energie. Für die Region“ eng mit Mittelhessen verbunden“, betont Schmidt. „Wir engagieren uns unter anderem als Mitglied im Verein Mittelhessen, dem Netzwerk innerhalb des Regionalmanagements und haben das Vorhaben gerne unterstützt.“

Die „Daten und Fakten“ von Mittelhessen existierten schon immer auf Englisch und wurden beispielsweise bei der internationalen Immobilienmesse „Expo Real“ in München eingesetzt. „Wir freuen uns, dass wir nun auch mit der englischen Version der Website en.mittelhessen.eu und einem völlig neuen Film über den Standort ausgerüstet sind“, betont Jens Ihle. „Wir zielen dabei nicht nur auf „Brexit-Flüchtlinge“, sondern wollen auch für Delegationen zeigen, dass wir international ansprechbar sind“. Dies wird deutlich durch die Aussagen der Unternehmer im Film „Central Hesse in the heart of Europe“: Dr. Peter Hanker (Vorstandsvorsitzender der Volksbank Mittelhessen eG) verweist auf die kurzen Wege, die aufgrund der zentralen Lage in zwei Stunden 15 Millionen Kunden erreichbar machen. Prof. Dr. Joybrato Mukherjee (Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen) betont, dass der Hochschulraum Mittelhessen mittlerweile über 71.000 Studierende anzieht und laufend ausgebaut wird. Markus Lusser, Präsident der Wetzlarer Leica Microsystems GmbH spricht gerne international über Mittelhessen: „Wir entwickeln seit mehr als 160 Jahren optische Produkte. Man hört immer vom Silicon Valley. Ich beschreibe Mittelhessen bei meinen Reisen um die Erde gerne als „Optical Valley““.

Markus Lusser, Leica Microsystems: „Mittelhessen bietet beste Voraussetzung, um als Unternehmen zu expandieren“

Jens Schmidt erklärt, dass die Stadtwerke gute Netzwerke knüpfen können – sowohl in technischer Sicht als auch zwischen Menschen und Märkten, „und das gerne auf englisch!“ Craig Shelanskey, Geschäftsführer der australischen CSL Behring GmbH mit Sitz am Marburger Standort Behringwerke hat in den letzten zehn Jahren mehr als 600 Millionen Euro in Forschung und Produktion investiert und bekräftigt: „Die Investitionen sind ein sichtbarer Beweis für unsere Bindung an Marburg. Mittelhessen ist ein Schlüsselstandort für unser Unternehmen.“ Rolph Limbacher, Geschäftsführer der Kette DOMINO Friseur & Shop bezeichnet die berufliche Bildung als wichtigen Standortfaktor. Der Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Marburg verweist auf die mehr als 17.000 Auszubildenden: „Sie bilden als Fachkräfte die Grundlage für die Zukunft der Unternehmen.“ Dr. Seemun Ray kam 2011 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Sonderforschungsbereich Transregio 79 und forscht an Werkstoffen für die Geweberegeneration im erkrankten Knochen. „Mittelhessen ist sehr wichtig für mich geworden. Mit seiner weltoffenen Umgebung bietet die Region viele Möglichkeiten. Für mich ist Mittelhessen zur zweiten Heimat geworden.“

Wie die anderen hessischen Wirtschaftsförderungen, mit denen das Regionalmanagement eng kooperiert, geht man in Mittelhessen davon aus, dass die Branchen Finanzwesen und Versicherung als erstes auf den Brexit reagieren werden. Insbesondere für internationale Banken, die ihr Europa-Hauptquartier verlegen wollen, kommt in Hessen nur der Finanzplatz Frankfurt als Standort in Frage. Danach wird die Reaktion des Produzierenden Sektors erwartet, für den auch andere Regionen wie Mittelhessen in Frage kommen. Eine Studie der Hessen Trade and Invest belegt die wichtigsten Standortargumente für Unternehmen: Internationale Verkehrsanbindung, Zugang zum Deutschen und Europäischen Markt und Bankensystem, Infrastruktur und Lebensqualität. „Durch die Nähe zum internationalen Flughafen und in Kombination mit den Stärken von Mittelhessen können wir internationalen Unternehmen, die sich von England auf den Kontinent verlagern wollen, einen guten Standort bieten. Wir freuen uns auf Anfragen“ erklärt Jens Ihle abschließend.

Beteiligte Persönlichkeiten im Film:

  • Peter Hanker, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Mittelhessen eG
  • Rolph Limbacher, Geschäftsführer der DOMINO Friseur & Shop GmbH & Co. KG Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Marburg
  • Markus Lusser, Präsident der Leica Microsystems GmbH (Wetzlar)
  • Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Seemun Ray, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich Transregio 79 - Werkstoffe für die Geweberegeneration im systemisch erkrankten Knochen an der Justus-Liebig-Universität Gießen / Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
  • Jens Schmidt, Vorstand der Stadtwerke Gießen AG
  • Craig Shelanskey, Geschäftsführer der CSL Behring GmbH (Marburg)