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Regionalmanagement auf der
Karriere weltweit 2017

Regionalmanager Christian Piterek stellt den Messebesuchern die Region Mittelhessen vor (Foto: Manuel Heinrich)
Regionalmanager Christian Piterek stellt den Messebesuchern die Region Mittelhessen vor (Foto: Manuel Heinrich)

Das Regionalmanagement Mittelhessen war am 6. Dezember 2017 auf der Messe Karriere weltweit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Technischen Hochschule Mittelhessen vertreten.

In einem gut besuchten Vortrag mit dem Titel "New York, Rio, Dillenburg – Die besten Jobs vor der Haustür finden" und zahlreichen Einzelgesprächen am Messestand im Foyer der Gießener Kongresshalle stellten wir Mittelhessen als Standort zum Arbeiten und Leben vor. Viele Studierende vom Bachelor-Erstsemester bis zur Promovendin informierten sich über die Möglichkeiten, in ihrer Region Karriere machen zu können.

Auf der von der IQB organisierten große Jobmesse stellten 40 regionale, nationale und internationale Arbeitgeber ihre Angebote für die Studierenden und Absolventen der beiden Hochschulen vor.

Japanische Delegation
in Mittelhessen

Mit Blick auf Oskar Barnack: Christian Piterek bei seiner Führung durch die Leica-Welt (Foto: Manuel Heinrich)
Mit Blick auf Oskar Barnack: Christian Piterek bei seiner Führung durch die Leica-Welt (Foto: Manuel Heinrich)

Forscher der japanischen Ritsumeikan Universität besuchten Mittelhessen und informierten sich über Industrie 4.0 in Deutschland.

Im Rahmen einer Forschungsreise besuchte eine achtköpfige Delegation aus Kyoto Japan Mittelhessen. Bei der Delegation handelte es sich um Forscher der Ritsumeikan Universität aus dem Fachbereich Business Administration. Die Gruppe bearbeitet ein Projekt, welches die unterschiedlichen Entwicklungen in Deutschland und Japan im Bereich Industrie 4.0 und Internet of Things untersucht. Nach einem Besuch der Leica World in Wetzlar, bei dem Regionalmanager Christian Piterek die industrielle Entwicklung der optischen Industrie in Mittelhessen erklärte, traf sich die Gruppe zu einem Fachgespräch beim Regionalmanagement Mittelhessen. An dem Gespräch nahmen Prof. Dr.-Ing. Sven Keller von der Technischen Hochschule Mittelhessen, Dr. Eva Aulich vom Forschungscampus Mittelhessen sowie Christian Piterek vom Regionalmanagement Mittelhessen teil.

Im Vergleich zu Japan unterscheidet sich der Ansatz Industrie 4.0 in Deutschland auf mehreren Ebenen. In Deutschland wird Industrie 4.0 nicht nur auf Unternehmensebene behandelt, sondern ist auch Thema für Industriecluster, Forschungseinrichtungen sowie ganze Regionen. In Japan betrachten die Unternehmen isoliert voneinander jeweils für sich das Thema. Die Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen KMUs ist in Deutschland stärker ausgeprägt. Einig waren sich die Teilnehmer_Innen, dass Industrie 4.0 große Auswirkungen auf die Produktionssysteme, die Infrastruktur sowie auch auf Berufsbilder haben wird.

Beide Seiten vereinbarten den Kontakt zu halten. Die Delegation wird über die Entwicklung des dreijährigen Projektes berichten. Im kommenden Jahr soll es einen Folgebesuch in Mittelhessen geben, bei dem die ersten Ergebnisse des Forschungsprojektes vorgestellt werden sollen.   

Glasfaser und 5G-Mobilfunk
sorgen für Speed und Nutzen

Prof. Dr.-Ing. Klaus David vom Fachgebiet Kommunikationstechnik der Universität Kassel beim Breitband-Camp des Netzwerks Wirtschaft Mittelhessen (Foto: Till Schuermann)
Prof. Dr.-Ing. Klaus David vom Fachgebiet Kommunikationstechnik der Universität Kassel beim Breitband-Camp des Netzwerks Wirtschaft Mittelhessen (Foto: Till Schuermann)

3. Breitband-Camp Mittelhessen informierte über die Technologien des Breitband-Ausbaus

„Es gibt Stimmen, die sagen, wir brauchen gar kein schnelles Internet per Kabel, das funktioniert ja alles drahtlos. Der Mobilfunkkanal ist aber der schlechteste für Signalübertragung, den man sich vorstellen kann.“ Prof. Dr.-Ing. Klaus David vom Fachgebiet Kommunikationstechnik der Universität Kassel machte den Teilnehmern beim 3. Breitband-Camp Mittelhessen im Gießener Hotel Steinsgarten Ende November zunächst keine allzu großen Hoffnungen auf eine Technikrevolution durch den kommenden Mobilfunkstandard 5G. Als Impulsredner der Fach-Veranstaltung des Netzwerks Wirtschaft im Verein Mittelhessen machte der Experte dennoch deutlich, wie die Funkübertragung in Kombination mit der Glasfasertechnik beim Internet-Ausbau Sinn ergibt – und welche neuen Möglichkeiten sich dadurch für Kommunen und Unternehmen ergeben.

Nach der Begrüßung durch Dr. Lars Witteck, Vorstandsmitglied des Gastgebers, hatten zunächst zwei weitere Fachleute über den Stand und Visionen des Breitband-Ausbaus in Hessen und Mittelhessen berichtet. In Hessen seien zu diesem Zeitpunkt 90 Prozent der Haushalte mit einer Geschwindigkeit von mindestens 30 MBit versorgt, sagte Wolfram Koch, Leiter des hessischen Breitbandbüros bei der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI). Nächstes Ziel sei nun die „Gigabit-Allianz“, die beim 9. Hessischen Breitbandgipfel am 6. Juni 2018 vorgestellt werde. Martin Rudersdorf vom Landkreis Limburg-Weilburg erläuterte die Ziele der W-LAN-Initiative Mittelhessen, die die Region flächendeckend mit über 1.000 Hotspots – aufgestellt in Bürgerhäusern, öffentlichen Plätzen oder Schwimmbädern – mit schnellem Internet versorgen soll.

Bestimmendes Thema der Veranstaltung war aber der kommende Mobilfunkstandard 5G, dessen Einführung Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, für 2020 angekündigt hat. Wie genau dieser Start aussehen werde, sei aber noch unklar, wie Prof. Dr.-Ing. Klaus David verdeutlichte. Wichtig für den Ausbau sei die Verfügbarkeit von Frequenzen. Bisher seien diese von der Regulierungsbehörde noch nicht vergeben worden. Der Kommunikationstechnik-Experte machte zudem keinen Hehl daraus, dass er der neuen Technik den revolutionären Charakter abspricht: 5G biete „nicht wirklich etwas Neues“ und schon gar keinen Ersatz für die Glasfasertechnik. Und: „Was für eine Anwendung hat man, die mehr als 10 Mbit braucht?“

Prof. Dr.-Ing. Klaus David, Professor für Kommunikationstechnik an der Universität Kassel, bei seinem Impulsvortrag beim Treffen des Netzwerks Wirtschaft
Prof. Dr.-Ing. Klaus David, Professor für Kommunikationstechnik an der Universität Kassel, bei seinem Impulsvortrag beim Treffen des Netzwerks Wirtschaft (Foto: Till Schürmann)

Für den Forscher ist die Lichtfasertechnik der „optimale Kanal für Signalüberragungen“, denn das Mobilnetz sei per se nicht stabil: „Funk schwankt aus physikalischen Gründen.“ Dennoch sieht David auch die Chancen des schnellen mobilen Internets: Ein mögliches Anwendungsgebiet sei die Vernetzung im Straßenverkehr, um zum Beispiel Staus umfahren zu können. Ein weiteres Szenario sei das Internet der Dinge. „Das kann ganz banal sein: Ein Mülleimer teilt der Stadt mit, wenn er voll ist und geleert werden muss.“ Dabei „erschlage“ 5G zwar jedes Vernetzungsproblem mit seinen Bandbreiten, bleibe dabei aber eine Funk-gestützte Lösung mit den bekannten Schwächen, deren Geschwindigkeitsversprechen zudem oft mehr vom Marketing als von der Realität getragen werde. Laut David ermögliche sie aber verschiedene Ideen für Innovationen: So zum Beispiel die Kommunikation mobiler Geräte bis hin zu Autos unter- und miteinander. „Ihr Auto weiß schon, dass es sich staut, wenn Sie das noch gar nicht sehen.“ Die Entwicklung bremsen könne gerade das sich ausbreitende WLAN: es sorge dafür, dass Geschäft „an den Providern vorbei“ ginge, zudem solle trotz 5G auch der derzeitige LTE (4G)-Standard weiterentwickelt und auf Gigabit-Geschwindigkeit beschleunigt werden.

In der Kombination von Glasfaser- und 5G-Technologie sieht der Fachmann das größte Potenzial: David empfiehlt der Region und ihren Kommunen, sich mit Unternehmen und Regulierern zusammenzuschließen, um mit Hilfe der Funktechnik nicht gut erschlossene Bereiche anzubinden. Das Regionalmanagement als verbindender und vermittelnder Partner stehe dazu bereit, erklärte Geschäftsführer Jens Ihle. Die zunehmende Digitalisierung müsse aus Sicht von Prof. David weitere Auswirkungen haben, Unternehmen rät er, sich gegen Konkurrenz aus dem Netz zu wappnen, indem sie Prozesse und Arbeitsweisen in ihren Betrieben und im Außendienst modernisieren. Nur so könne zum Beispiel der Handel gegen Konzerne wie Amazon bestehen. Für die Gesellschaft forderte der Wissenschaftler, Informatik viel stärker an die Schulen zu bringen. Auch sei es nötig, bei der Entwicklung von neuen Diensten stärker auf die Lebensweise der Menschen einzugehen. Man könne hier von der Denkweise von Startups lernen. Als Beispiel nannte David den Elektroauto-Hersteller Tesla: Deren Fahrzeuge lernen von ihrem Nutzer und legten, wenn ihr Akku leer ist, automatisch einen Zwischenstopp beim Lieblingsort des Fahrers ein.

Konzept für Internationale
Schule Mittelhessen vorgestellt

Steinmühle und Raiffeisenschule stellten im Rathaus der Stadt Wetzlar das Konzept einer Internationalen Schule Mittelhessen vor

In einer Pressekonferenz im Rathaus der Stadt Wetzlar stellten heute Oberbürgermeister (OB) Manfred Wagner und Bürgermeister Harald Semler zusammen mit Vertretern der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisenschule (Wetzlar) und der Marburger Schule Steinmühle das kooperative Konzept einer Internationalen Schule Mittelhessen mit mehreren Standorten vor. Auslöser für die Überlegungen der beiden traditionellen Privatschulen waren zum einen Wünsche von Eltern, zum anderen das Bedürfnis international agierender Unternehmen. Diese wurden durch die Industrie- und Handelskammern (IHK) gebündelt, die durch Hauptgeschäftsführer Andreas Tielman (IHK Lahn-Dill) und stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Oskar Edelmann (IHK Kassel-Marburg) vertreten waren. Der Prozess wird durch das Regionalamanagement Mittelhessen moderiert, dessen Netzwerk-Verein Mittelhessen eine Potential-Studie in Auftrag gegeben hatte und für den Geschäftsführer Jens Ihle sprach.

Mittelhessen braucht eine internationale Schule

Die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main wirbt mit derzeit 33 internationalen Schulangeboten. Die von der Business School der Technischen Hochschule Mittelhessen durchgeführte Studie ergab für Mittelhessen, dass ein Potential für die Errichtung einer Internationalen Schule vorhanden sei und hatte empfohlen, bereits bestehende Institutionen für die Umsetzung zu nutzen. Dass dies in Form der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisenschule und der Steinmühle sogar im standortübergreifenden Dialog passiert, ist ein absoluter Glücksfall - beide Schulen sind bereits als Ersatzschulen staatlich anerkannt und ergänzen nun einen internationalen Zweig. Das Angebot soll schrittweise aufgebaut werden und an der Steinmühle mit einer ersten Grundschulklasse und einer Einführungsstufe im Schuljahr 2018/2018 starten. Die Raiffeisenschule folgt im Schuljahr 2019/2020 mit einem internationalen Kindergarten für Kinder ab drei Jahren. Die Internationale Schule soll in Marburg bis zum Abitur, in Wetzlar bis zur 6. Klasse aufwachsen und schließlich pro Jahrgang je eine Klasse mit 16-20 Schülerinnnen und Schülern umfassen. Der Unterricht soll in allen Fächern grundsätzlich bilingual - je zur Hälfte in deutsch und englisch - nach der Immersions-Methode erfolgen: je eine Lehrkraft für beide Sprachen vermitteln den Stoff, der dem hessischen Lehrplan entspricht. Die Standorte in den beiden Oberzentren gewährleisten annehmbar kurze Wege für die Kinder.

Regionales Angebot für globale Welt

Zielgruppe sind zum einen einheimische Kinder, deren Eltern motiviert sind, ihren Arbeitsplatz international zu verlegen. Zum anderen sollen so aber auch internationale Fach- und Führungskräfte angesprochen werden, von denen bisher das Fehlen eines Schulangebotes für ihre Kinder als Manko benannt wurde. Ihnen soll es durch die Schule erleichtert werden, ihren Lebensmittelpunkt an oder in die Nähe ihres Arbeitsplatzes zu verlegen. Hochschulen oder Unternehmen, die dieses Argument für sich nutzen wollen, können in der Schule feste Plätze buchen und so ihren Arbeitnehmern einen sicheren Schulplatz bieten; Ansprechpartner dafür sind die beiden IHKs.

Internationale Schulen lassen Herzen zusammen wachsen

Das neue Bildungsangebot soll ein Baustein zur Fachkräftegewinnung und damit zur Sicherung des Standortes sein, für die Bildungsregion Mittelhessen ist es ein Standortfaktor und eine ideale Ergänzung zu den bestehenden Institutionen. Beide Schulen haben bereits heute internationale Schüler, die demnächst in einer ganztägigen Beschulung nicht nur für das deutsche, sondern auch für das internationale Schulsystem fit gemacht werden. Die Anerkennung der Schulen hat zur Folge, dass die Kosten für die Eltern bzw. die Unternehmen im Rahmen bleiben: beide Schulen planen für den zusätzlichen Aufwand des bilingualen Unterrichts einen Aufwand von ca. 400 EUR pro Monat pro Schüler/in. Die Internationale Schule durchmischt ganz bewusst heimische mit internationalen Kindern und fördert so einen Austausch zwischen den Kulturen.
Gruppenbild nach der Pressekonferenz

OB Wagner, der das Angebot in Wetzlar mit einer Studie durch seine Wirtschaftfsörderung angestoßen hat, freute sich über die Kooperation: "Region statt Kirchturm: Das ist ein Zeichen des Schulterschlusses in Mittelhessen, von denen wir noch viele weitere brauchen können!"

Regionalmanagement auf der
MEDICA 2017 in Düsseldorf

Unternehmenspräsentation von Thomas Derfuss (l.), Geschäftsführer LEA Medizintechnik GmbH für Unternehmern aus Ota (Japan)
Unternehmenspräsentation von Thomas Derfuss (l.), Geschäftsführer LEA Medizintechnik GmbH für Unternehmern aus Ota (Japan)

Regionalmanger Christian Piterek besuchte den Branchentreff - japanische Medizinwirtschaft informiert sich über Mittelhessen.

Die MEDICA findet jedes Jahr im November in Düsseldorf statt, die Leitmesse ist die größte Veranstaltung für die Medizinbranche weltweit. 2016 stellten mehr als 5.100 Aussteller aus 70 Nationen in 17 Messehallen ihre Produkte aus und knapp 130.000 Besucher nahmen an der Messe teil. Regionalmanger Christian Piterek besuchte den Branchentreff am 15. November 2017 für das Regionalmanagement Mittelhessen.

Japan ist mit knapp 200 ausstellenden Unternehmen auf der Messe vertreten. Dass die Medizinwirtschaft auch in Mittelhessen stark ist, hat sich mittlerweile in Japan herumgesprochen, deswegen suchte die japanische Wirtschaftsförderung Japan External Trade Organization (JETRO) im Vorfeld der MEDICA den Kontakt zu der Region und das Regionalmanagement organisierte einen Messerundgang zu mittelhessischen Ausstellern: eine Gruppe von Unternehmen aus der Stadt Ota (Teil der Metropolregion Tokyo) besuchte die Unternehmen DRG Diagnostics aus Marburg sowie LEA Medizintechnik aus Gießen und informierten sich anschließend über den Standort Mittelhessen.

Nach dem Rundgang führte Christian Piterek weitere Gespräche mit der japanischen Wirtschaftsförderung JETRO sowie der Stadt Hamamatsu; erst kürzlich besuchte eine Unternehmensdelegation aus Hamamatsu mit dem Schwerpunkt Optik / Automotive Mittelhessen. Die Region Hamamatsu ist für die mittelhessische Wirtschaft von Interesse, da der Standort in den Bereichen Optik, Automotive und Medizintechnik stark aufgestellt ist. Beide Regionen vereinbarten die Fortführung der bilateralen Kontakte.