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Jobportal karriere-mittelhessen.de
gestartet

Enge Kooperation mit dem Regionalmanagement: Das Karriereportal ist gestartet (Foto: Regionalmanagement Mittelhessen / Tilman Lochmüller)

Regionales Job- und Ausbildungsportal bringt Bewerber und Arbeitgeber zusammen / zentrale Anlaufstelle rund um das Thema Karriere in Mittelhessen / enge Kooperation mit dem Regionalmanagement Mittelhessen

In Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels haben Unternehmen aus nahezu allen Branchen zunehmend große Probleme, offene Stellen zu besetzen. Das neue regionale Job- und Ausbildungsportal karriere-mittelhessen.de setzt genau hier an und bietet Arbeitgebern eine echte Alternative für die Suche nach und Ansprache von Bewerbern. Gleichermaßen ist die Website für Bewerber eine ideale Möglichkeit, sich auf einem zentralen Portal über konkrete Job- und Ausbildungsangebote in der Region Mittelhessen zu informieren.

Jedes Unternehmen präsentiert sich auf karriere-mittelhessen.de mit einem attraktiven Arbeitgeberprofil und allen relevanten Infos für Bewerber. Mit Hilfe eines eigenen Zugangs kann jeder Arbeitgeber bequem und schnell seine Stellenangebote eigenständig einstellen – sowohl für Jobs, als auch für Ausbildungsplätze, für duale Studiengänge und für Praktika.

Aufgrund der klaren Struktur, der einfachen Suche und dem einheitlichen Look aller Stellenanzeigen sowie der Unternehmensprofile ist jeder Bewerber in der Lage, sich kurz und knapp, aber dennoch gezielt auf der Plattform zu informieren.

Zudem können sich Bewerber kostenlos in den praktischen Bewerberpool mit ihren Kenntnissen und Fähigkeiten sowie ihrem Lebenslauf eintragen. Auf diese Bewerberprofile können alle Arbeitgeber im Portal zugreifen, um proaktiv nach passenden Mitarbeitern für ihr Unternehmen zu suchen und diese direkt anzusprechen.

Erfolgreiches Jobportal karriere-suedwestfalen.de als Vorbild

Betrieben wird das neue Portal von der in Lennestadt ansässigen ontavio GmbH, die mit karriere-suedwestfalen.de bereits das erfolgreichste Recruitingportal der Region Südwestfalen bereitstellt. Hier präsentieren sich mittlerweile über 1.100 südwestfälische Arbeitgeber mit aktuell rund 6.000 Stellenanzeigen. Über 100.000 Bewerber klicken das Portal an – im Monat! Zudem sind momentan 1.500 Bewerber im Bewerberpool registriert.

„Das Konzept ist die Regionalität, mit der wir uns von anderen Jobportalen abgrenzen. Die Bewerber wissen, dass sie auf unseren Portalen Job- und Ausbildungsangebote aus ihrer direkten Umgebung finden – und das einheitlich und übersichtlich dargestellt. Die Unternehmen wiederum schätzen die einfache Handhabe der Portale und, dass sie schnell, unkompliziert und vor allem zeitgemäß ihre Stellenangebote inserieren können. Dieses Konzept ist in Südwestfalen voll aufgegangen und wir sind davon überzeugt, dass dies in Mittelhessen ebenso funktioniert“, sagt Christoph Reuber von der ontavio GmbH.

Enge Kooperation mit dem Regionalmanagement Mittelhessen

Bei der Konzipierung und Umsetzung arbeiten die Portalbetreiber eng mit dem Regionalmanagement Mittelhessen zusammen. „karriere-mittelhessen.de ist ein wichtiger Baustein für das Fachkräftemarketing der Region“, so Geschäftsführer Jens Ihle. Die Region Mittelhessen bietet spannende Karrierechancen für Berufseinsteiger sowie Fachkräfte. Von Jobs im Handwerk, in der Industrie oder Stellen in der Forschung und Entwicklung bei Hidden Champions oder den regionalen Hochschulen und Forschungsinstituten bietet Mittelhessen einiges. „Mit der Plattform haben wir nun ein Werkzeug, die Chancen des regionalen Arbeitsmarktes transparenter darzustellen und bieten den Unternehmen die Möglichkeit, sich unkompliziert online zu präsentieren.“ fügt Ihle hinzu.

Das Regionalmanagement wurde von Unternehmern aus dem Dill-Gebiet auf das Portal aufmerksam gemacht, die aufgrund ihrer guten Erfahrungen mit karriere-suedwestfalen.de zusammen mit der IHK-Lahn-Dill anregten, ein solches Portal auch für Mittelhessen zu eröffnen.

Newcomers Day Mittelhessen
mit Kanu auf der Lahn

Newcomer in der Region beim Newcomers Day@ River Lahn (Foto: Christian Bernhard)

Vernetzungsfaktor 1:6 für Mittelhessen

Newcomers Day Mittelhessen auf der Lahn mit Paddeln und Gesprächen über die Region

Das Wetter hätte nicht schöner sein können und damit gab es ideale Bedingungen für den vergangenen Newcomers Day Mittelhessen auf der Lahn. 16 Neu-Mittelhessen trafen sich mit Christian Bernhard, IHK Lahn-Dill, und Petra Stuhlmann, Wirtschaftsförderung Gießen, in Löhnberg, um die Lahn und andere „Neulinge“, die in der Region einen Job gefunden haben, kennenzulernen. Die Newcomers Days in der Region werden von den Mitgliedern des Arbeitskreises „Willkommenkultur“ unter dem Dach des Regionalmanagements Mittelhessen organisiert und von der Hessen Trade and Invest (HTAI), der Stadtwerken Gießen und der AOK Hessen unterstützt.

Nach der ersten Paddeletappe, bei der die Teilnehmer mit ihren Familien Schleusen und den Weilburger Schiffstunnel bewältigten, gab es ein großes Picknick. Die Newcomer, die bei den Gießener Hochschulen und den Unternehmen Schunk, PVA TePla, Electrolux und Isabellenhütte Heusler beschäftigt sind, kamen dabei schnell ins Gespräch.

Eine Familie, die sich in Fernwald niedergelassen hat, war schon bei vorherigen Veranstaltungen dabei. Sie betonte, dass die Newcomer-Veranstaltungen dabei helfen, die vielen positiven Seiten der Region kennenzulernen.

Die Newcomer kamen aus Göttingen, Hamburg, Mexico City und Australien. Sie diskutierten über die Region und die Vorteile der eher ländlichen Struktur gegenüber Großstädten. Es gebe den Faktor 1:6, d.h. in der gleichen Zeit komme man hier sechsmal so weit wie in der Großstadt. Man benötige viel weniger Zeit, um den Arbeitsplatz zu erreichen und sei dennoch sehr schnell in den Metropolen Frankfurt oder Köln.

Auch diejenigen, die in Dörfern leben, berichteten positiv davon. „Man trifft immer jemand, den man kennt“, „es gibt viele kulturelle Aktivitäten im Dorf“ und „die Menschen sind nett und aufgeschlossen“, waren einige Aussagen dazu. Auf den Punkt brachte es ein Familienvater: „Als ich aus Hamburg wegzog, musste ich viele Bekannte anrufen, ob sie Zeit haben, beim Umzug zu helfen. Diese mussten dann einen Termin einrichten und teilweise eine längere Fahrt antreten. Im Dorf kommen die Nachbarn einfach rüber und helfen. Super!“

Die nächsten Termine für die Newcomers Days Mittelhessen finden nach der Sommerpause statt und werden über die Website newcomers.mittelhessen.eu und einen Newsletter bekannt gemacht. Informationen kann man auch beim Regionalmanagement Mittelhessen unter Tel. 0641 948889-0 erhalten.

Delegation aus Xuchang: Austausch
mit Unternehmen, Kultur und Politik

Die Delegation zu Gast bei IBC Wälzlager
Die Unternehmens-Delegation bei IBC Wälzlager, v.r.n.l.: Bundesminister a.D. Rudolf Scharping, Robert A. Kling, Geschäftsführer IBC Wälzlager, Herr JU Zhenhe, General Manager, Henan Yingji Solar Technology Co., Ltd., Herr ZHANG Juncai, Chief Engineer, Henan Haofeng Agricultural Equipment Co., Ltd., Frau YU Miao, Projektmanagerin, RSBK AG, Jens Ihle, Geschäftsführer Regionalmanagement Mittelhessen, Herr WU Shuxian, President, Changge Xinggong Machinery Manufacturing Co., Ltd., Christian ten Elsen, Leiter Technische Anwendung IBC Wälzlager (Foto: IBC)

Delegation aus der chinesischen Stadtregion besichtigt Rittal-Arena und Unternehmen - Besuch des Kreistages in Wetzlar und Austausch mit Wetzlarer Network anlässlich der bevorstehenden Messe W3 FAIR + CONVENTION im Februar 2019 - Vertiefung der Kooperationsgespräche in den Bereichen Sport, Kultur und Wirtschaft.

Unter Leitung von Vize-Bürgermeister Liu Shengli besuchte die 30-köpfige Delegation, bestehend aus Unternehmern und politischen Amtsträgern, die Rittal-Arena in Wetzlar. Die Delegation, deren Besuch vom Büro Rudolf Scharping Beratung Kommunikation (RSBK) organisiert war, wurde vom Wirtschaftsdezernent des Lahn-Dill-Kreises Wolfram Dette begrüßt, der auf die gegenseitigen Chancen von Wirtschaftskontakten hinwies. Arena-Direktor Stefan Mayer präsentierte beim Rundgang die Möglichkeiten der Rittal-Arena für eine Messe wie die W3 FAIR + CONVENTION, Jörg Brück als Project Director der Messe erläuterte weitere Details zur Vorbereitung der Teilnahme an der Messe. Ralf Niggemann stellte das Branchencluster hinter der Messe, das Wetzlarer Network, vor. Gerade die Technologieregion Mittelhessen stieß bei den Unternehmern aus Xuchang auf großes Interesse, deckt sie doch auch vergleichbare Branchen in Xuchang ab.

Sport und Kultur als wirtschaftlicher Bestandteil

Frank Dauer (Kultursommer) und Heiko Schelberg (Gießen 46ers) mit Übersetzerin, Jens Ihle (Regionalmanagement Mittelhessen), Andreas Joeck (RSV Lahn-Dill) und Björn Seipp (HSG Wetzlar) (v.l.n.r., Foto: Lahn-Dill-Kreis/Meike Menn)
Frank Dauer (Kultursommer) und Heiko Schelberg (Gießen 46ers) mit Übersetzerin, Jens Ihle (Regionalmanagement Mittelhessen), Andreas Joeck (RSV Lahn-Dill) und Björn Seipp (HSG Wetzlar) (v.l.n.r., Foto: Lahn-Dill-Kreis/Meike Menn)

Für Kooperationsansätze in den Bereichen Sport und Kultur zeigte sich die Delegation ebenfalls sehr interessiert. Die Geschäftsführer Frank Dauer (Geschäftsführung und Intendanz, Kultursommer Mittelhessen), Andreas Joneck (RSV Lahn-Dill, Rollstuhlbasketball), Heiko Schelberg  (Basketball Bundesligist GIESSEN 46ers) sowie Björn Seipp (HSG Wetzlar, Handball-Bundesligist), demonstrierten in der von Jens Ihle (Regionalmanagement Mittelhessen) moderierten Talkrunde die wirtschaftlichen Aspekte der Sport- und Kulturbereiche. Dabei wurden die Bedeutung von Sport und Kultur als Standortfaktor, vor allem bei der Rekrutierung von Fachkräften deutlich. Durch den Austausch und die bedeutende Rolle der Sponsoren der Bundesligisten entstehen Netzwerke, die regionale Kooperationen vorantreiben.

Unternehmensbesuche bei Schunk und IBC Wälzlager

Die Unternehmensvertreter der chinesischen Delegation besuchten im Anschluss zusammen mit Regionalmanagement-Geschäftsführer Jens Ihle zwei mittelhessische Unternehmen:
Bei der Schunk Group in Heuchelheim begrüßte Prokurist Rüdiger Schwalm die Gruppe und stellte gemeinsam mit Dr. Hartmut Groß die Sparten, Produkte, Anwendungsgebiete und Märkte der Schunk Gruppe vor. Abschließend erfuhr die Gruppe von ihrem Landsmann Herrn Mao, wie bei Schunk das Trainee Global Graduate Programm zur Nachwuchssicherung funktioniert. Schunk hat Standorte in der ganzen Welt und beschäftigt an 60 Standorten weltweit 8.000 Mitarbeiter.
Anschließend wurde die Delegation bei IBC Wälzlager in Solms-Oberbiel von den Inhabern Christina Kling-Haag und ihrem Vater Robert Kling empfangen und durch die Produktion geführt. Kompetenz und technologische Leistungsfähigkeit werden durch ständig weiterentwickelte und optimierte Wälzlager-Produkte aus der Fertigung der Werke in Solms-Oberbiel, Asslar, Grenchen (Schweiz) und Aurangabad (Indien) unter Beweis gestellt. IBC ist Partner für System- und Einzellösungen von Präzisionswälzlagern und Linearwälzlagern und in der ganzen Welt aktiv. Bei beiden Unternehmensbesuchen kam es zu vielen Nachfragen. Die chinesische Delegation war sehr beeindruckt von den Erfolgen der mittelhessischen Vorzeigeunternehmen und an weiterer Zusammenarbeit interessiert.

Redebeitrag Vize-Bürgermeister Liu Shengli im Kreistag

Besuch der Kreistagssitzung des Lahn-Dill-Kreises am 18. Juni 2018 (Foto: Lahn-Dill-Kreis/Meike Menn)
Besuch der Kreistagssitzung des Lahn-Dill-Kreises am 18. Juni 2018 (Foto: Lahn-Dill-Kreis/Meike Menn)

Neben den wirtschaftlichen Beziehungen war auch die Information über demokratische kommunale Strukturen Gegenstand des Besuchs. Vize-Bürgermeister Liu Shengli mit weiteren Amtsträgern aus Xuchang und Rudolf Scharping besuchten die Kreistagssitzung des Lahn-Dill-Kreises. Kreistagsvorsitzende Elisabeth Müller unterbrach zur offiziellen Begrüßung der Gäste aus Xuchang die Sitzung und erteilte Vize-Bürgermeister Liu Shengli die Möglichkeit, im Parlament zusprechen; Liu Shengli stellte die Stadtregion Xuchang - mit knapp 5 Mio. Einwohnern in der Provinz Henan zentral in China gelegen - sowie deren Infrastrukturanbindung und wirtschaftliche Schwerpunkte vor. Xuchang ist eine schon mehrfach ausgezeichnete Stadtregion in den Bereichen Kultur, Tourismus, Gesundheit etc. und darüber hinaus industriell ähnlich aufgestellt, wie die Region Mittelhessen.

Weitere Kooperationsveranstaltungen

In einem abschließenden Arbeitsgespräch wurden einige Eckpunkte der Zusammenarbeit festgehalten. Dazu gehört die Präsentation der chinesischen Unternehmen bei der Messe W3 FAIR + CONVENTION, ein erneutes Treffen bei der Wirtschaftskonferenz „Stand und Perspektiven der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und China - „Belt and Road Initiative““ in Frankfurt, ein konkreterer Austausch  - auch mit Gießen und Marburg - zu den Themen „berufliche Bildung“, „Upgrade von Krankenhäusern“ und „Altenpflege“ und die Teilnahme einer Delegation aus Mittelhessen an dem Kulturfest in Xuchang im Frühjahr 2019.
Bei dem Delegationsbesuch nahm MdB Dagmar Schmidt,  als Vorsitzende der Deutsch-Chinesischen Parlamentariergruppe im Bundestag ebenfalls teil.

Würzburger Studierende analysieren
Attraktivität von Mittelhessen

Marc Kühweg, Marie Lechner und Ann-Kathrin Wehrfritz mit Prof. Dr. Christine Wegerich und ihrem Projektfallgeber: Manuel Heinrich vom Regionalmanagement Mittelhessen
Marc Kühweg, Marie Lechner und Ann-Kathrin Wehrfritz mit Prof. Dr. Christine Wegerich und ihrem Projektfallgeber Manuel Heinrich vom Regionalmanagement Mittelhessen (von rechts nach links)

Projektarbeit im Schwerpunkt Personalmanagement der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (fhws) nimmt Employer Branding der Arbeitgeber und Regionalmarketing unter die Lupe und bringt überraschende Ergebnisse

Vier Studierenden der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt haben im Sommersemester 2018 als Projektarbeit im Schwerpunkt Personalmanagement bei Prof. Dr. Christine Wegerich den Karrierestandort Mittelhessen analysiert. Die angehenden Bachelor Marc Kühweg, Marie Lechner, Sophia Rollmann und Ann-Kathrin Wehrfritz überprüften als externe Experten anhand einer Umfrage unter ihren Kommilitonen, wie deutlich die Karriereperspektiven in Mittelhessen für potentielle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind. Dabei kamen überraschende Ergebnisse zu Tage, wie Marc Kühweg zusammenfasst: „Zwei Antworten meiner Kommilitonen haben mich überrascht, die auch dem Stereotyp des „klassischen BWLers“ nicht entsprechen: die Priorisierung von Kinderbetreuungsprojekten und die Bedeutung der Nähe zur Natur habe ich so nicht erwartet.“

Die Studierenden entwickelten ein Modell zur Analyse der Standort- und Arbeitgeberattraktivität mit vier Dimensionen: Wünsche der Einwohner, Angebote der Kommunen, Freizeitbedürfnisse und Unternehmensprofile. Bei der Erhebung unter allen 557 Schwerpunktstudierenden des Studiengangs Betriebswirtschaft der fhws beteiligten sich 17,41 Prozent; wie bei einer ähnlichen Befragung in Mittelhessen ergab sich, dass 80 Prozent der im Durchschnitt 24-jährigen bereit wären, für ein Jobangebot in eine neue Region zu ziehen, über 65% aber lieber in die Stadt als aufs Land. Über 55 Prozent kennen Mittelhessen bereits, obwohl nur zwei Personen selbst aus der Region kommen. Marie Lechner erklärt zu den Ergebnissen: „Ich fand es spannend, eine mir persönlich unbekannte Region zu untersuchen. Wir haben festgestellt, dass Mittelhessen mit der Region um Würzburg gut vergleichbar ist.“

Wichtig sind Wohnraum, Infrastruktur und Arbeitsplätze

Wenig überraschend waren die Prioritäten im Bereich Einwohnerbedarfe: bezahlbarer Wohnraum ist wichtiger als ruhiges oder urbanes Wohnen, Arbeitsplätze vor Ort ausschlaggebender als das (Hoch-)schulangebot, Supermärkte vor Ort werden Bioläden und Shoppingcentern vorgezogen. Auch in der Kategorie der Kommunen zunächst wenig erstaunliches: hohe Verfügbarkeit an Immobilien ist den zukünftigen Arbeitnehmern wichtig, die kommunikative Infrastruktur wird höher bewertet als der öffentliche Nahverkehr. Auf die Frage „Für welche Projekte sollte sich die Kommune, in der Sie leben besonders einsetzen?“ kam die erste Überraschung: Kinderbetreuungsprojekte werden klar vor Bildungs-, Finanz- oder sozialen Projekten gesehen. Im Freizeitbereich bevorzugen die Würzburger Studierenden Restaurants und Cafés deutlich vor Bars, Discos, Events oder Kinos sowie ein breit gefächertes Angebot zum aktiven Sporttreiben. Gefragt nach der Wichtigkeit der Naturangebote zogen die Befragten nicht etwa Rad- und Wanderwege, sondern städtische Grünanlagen und die Nähe zur Natur wie Wälder und Gewässer gleichermaßen vor. Schließlich ging es um die Unternehmen, also die potentiellen Arbeitgeber: hier soll der Wunscharbeitgeber vor allem Arbeitsplatzsicherheit gepaart mit gerechter Entlohnung bieten, Interessante Aufgaben und Projekte werden dem internationalen Einsatz deutlich vorgezogen und die Zusammenarbeit unter den Mitarbeitern der Diversität, auch gegenseitiges Vertrauen zwischen Mitarbeitern und Unternehmen ist den BWL-Studierenden wichtig.
In der Folge klopfte die Projektgruppe Mittelhessen daraufhin ab, inwiefern wie die Hauptwünsche der Befragten erfüllt werden. Das Fazit: die meisten Anforderungen werden von der Region und ihren Gebietskörperschaften klar erfüllt, nur an der Darstellung (analysiert wurden Online-Auftritte) kann man noch feilen.
Bei den Arbeitgebern wurde für alle fünf mittelhessischen Landkreise das Unternehmen mit den besten Bewertungen durch ihre Mitarbeiter anhand der Rankings im Portal kununu untersucht: in den meisten Fällen wurden die priorisierten Wünsche erfüllt, zwei Banken und ein Industrieunternehmen waren klar im Vorteil. Alle untersuchten Kommunen werben für „ihre“ Unternehmen, aber wie stehen diese zu Mittelhessen? Die Studierenden erklärten bei ihrer Abschlusspräsentation in Würzburg: „Von den Unternehmen werden ihre Regionen sehr viel weniger beworben als umgekehrt. Bei 6 der 13 vorgestellten Unternehmen wird die Region nicht auf der Webseite erwähnt und hat nach zumindest nach außen sichtbar keine Bedeutung für die Unternehmen.“

Selbstwahrnehmung: vier qualifizierte Experteninterviews

Um neben der Fremd- auch die Selbstwahrnehmung der Region einschätzen zu können, führten die vier Studierenden vier Telefoninterviews mit je einem Vertreter der vier Kategorien Freizeit, Einwohner, Kommune, und Unternehmen. Dazu Marie Lechner: „Die Gespräche waren mein persönliches Highlight, insbesondere der Bereichsleiter Human Resources des Unternehmens: seine Zustimmung zur Region Mittelhessen hat mich ehrlich beeindruckt!“ Die Frage nach dem attraktivsten der Region beantwortete dieser mit der Kombination aus dem tollen Naturumfeld mit den Wäldern und der Lahn, kombiniert mit der sehr guten logistischen Anbindung durch die Erreichbarkeit und die Nähe zur Autobahn sowie zum Flughafen Frankfurt. Auch für den kommunalen Vertreter spricht „die zentrale Lage Mittelhessens in Deutschland“ für die Region. Als Vertreter des Bildungsbereiches antwortete ein Professor der Technischen Hochschule Mittelhessen, er empfinde es in der Region als „im Urlaub zu arbeiten und leben.“ Marc Kühweg summiert: „Die von uns befragten Experten sind engagiert und begeistert, es wurde deutlich, dass sie die Region voran bringen wollen.“

Bei der Projektpräsentation in Würzburg mit drei weiteren Projekt-Fallgebern fasste die Betreuerin, Prof. Dr. Christine Wegerich das Ergebnis so zusammen: „Wenn wir miteinander vernetzt arbeiten, uns austauschen und die gemeinsame Idee im Auge behalten, können wir gemeinsam erfolgreich sein“. Ihr ist das Projekt eine Herzensangelegenheit: „Gerne würde ich auf diesen Erkenntnissen aufbauen und diese mit Studierenden weiterentwickeln – entweder mit dem Regionalmanagement Mittelhessen oder auch mit einer anderen Region. Vielleicht könnten diese Regionen sich dann vernetzen und aus den jeweiligen Erfahrungen lernen. Das gemeinsame Projekt hat jedenfalls viel Freude gemacht. Vielen Dank für die tolle Unterstützung des gesamten Teams.“ Für die Studierenden war die Projektarbeit „Spaß und Stress“, wie Marie Lechner formuliert: „Praxis pur! Ich würde es aber auf jeden Fall wieder machen, auch weil die Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement so gut war“ Ann-Kathrin Wehrfritz ergänzt: „Ich habe auch für mich persönlich viel gelernt: dass die Betrachtung von der Metaebene her wichtig ist und dass zu einem Projekt auch Spontansein gehört: heute bei der Präsentation hat das ganz gut geklappt.“ Wehrfritz war für die erkrankte Sophia Rollmann eingesprungen. Die Studierenden haben mit der aus der IT kommenden agilen Methode „Scrum“ gearbeitet, Professor Wegerich erklärt, warum: „Mir ist es wichtig, dass die Studierenden diese doch noch relativ neue Methode kennenlernen, um Ideen aktueller Möglichkeiten der Projektarbeit kennenzulernen. Zum anderen haben wir bei uns im Schwerpunkt Personalmanagement immer schon agil gearbeitet, da wir wöchentlich den Projektstand reflektieren, analysieren und auch die persönliche Auseinandersetzung der Studierenden mit dem Lernprojekt begleiten. Scrum unterstützt diesen selbstreflektierenden Lernansatz.“

Fazit: miteinander vernetzt arbeiten, sich austauschen und die gemeinsame Idee im Auge behalten lässt gemeinsam erfolgreich sein

Als Fazit geben die vier Studierenden dem Regionalmanagement auf den Weg, dass sie die Organisation als gute Schnittstelle zwischen den einzelnen Kommunen, Unternehmen, Verbänden und Interessensvertretern einschätzen. Gleichwohl sähen alle Beteiligten noch weiteres Potential in der Außenwirkung und der Zusammenarbeit, die durch eine noch bessere Vernetzung und Kommunikation zwischen den einzelnen Gliedern optimiert werden könne. Manuel Heinrich, Projektmanager im Regionalmanagement abschließend: „ Wir haben viel mitgenommen, einiges bestätigt bekommen und noch mehr gelernt. Für die Zusammenarbeit sind wir sehr dankbar und beeindruckt von der Arbeitsweise der fhws-Studierenden und ihrer Betreuerin.“

Wir sind Deins“ –
auch in den hessischen Regionen

Die Aufsichtsrätinnen und -räte des Regionalmanagements Mittelhessen mit hr-Intendant Manfred Krupp (11. von rechts)
Die Aufsichtsrätinnen und -räte des Regionalmanagements Mittelhessen mit hr-Intendant Manfred Krupp (11. von rechts)

Intendant des hessischen Rundfunks Manfred Krupp ist zu Gast beim Aufsichtsrat der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH und kündigt Stärkung der regionalen Berichterstattung an

Der Journalist, der in Marburg und Gießen studiert hat, ist seit März 2016 Intendant des Hessischen Rundfunks (hr), in dem er zuvor Fernseh-Chefredakteur und Fernsehdirektor war. Die 21 Aufsichtsräte des mittelhessischen Regionalmanagements hatten den hr-Chef eingeladen, um über mediale Kooperationsmöglichkeiten zu sprechen. Krupp nutzte den Auftritt, um anhand der „Public Value“-Kampagne „Wir sind deins. ARD“ den Wert der ARD und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für den Zusammenhalt der Gesellschaft herauszustellen.

Gleichzeitig betonte er, wie wichtig es für den Hessischen Rundfunk sei, noch sehr viel intensiver mit dem Publikum in den Dialog zu treten; mit mehr Dialog mit den Nutzern, mehr Offenheit für die Fragen und Anregungen der Menschen solle der Wert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks besser vermittelt werden. „Wir sind der Sender für Hessen und wollen diese Stärke weiter ausbauen.“ Konkret bedeute das, dass der Sender zum einen die regionale Berichterstattung im Allgemeinen und aus Mittelhessen im Besonderen stärken wolle. Zum anderen werden die Redaktionen in Frankfurt und den Regionalstudios zukünftig trimedial arbeiten: anstatt in den Sparten Radio, Fernsehen und online zu denken, solle zukünftig anhand des Themas entschieden werden, in welchen Kanälen die Nachricht gebracht wird. „Trotzdem bleibt unser Auftrag ganz Hessen, wir machen keine Lokalberichterstattung“ betonte Krupp.

Um die Versorgungsqualität des digitalen Radioempfangs zu verbessern, werde die DAB+ Versorgung in Nord- und Mittelhessen ausgebaut: Seit Juni senden die beiden neuen rundstrahlenden Antennen am Habichtswald und am Rimberg im Regelbetrieb. Für die DAB+ Hörer in Mittelhessen ist für die zweite Jahreshälfte 2018 geplant, den neuen Senderstandort Gießen-Dünsberg in Betrieb zu nehmen. „Über die endgültige Abschaltung des UKW-Rundfunks muss die Politik entscheiden“

Auf vielfachen Hörerwunsch habe der hr alle verfügbaren hr4-Regionalfenster bei DAB+ aufgeschaltet („hr4 – die hessenschau“). Neben den bisher schon empfangbaren regionalen Informationen aus Rhein-Main und Südhessen sind ab sofort auch die Regionalnachrichten aus Nord- und Osthessen sowie Mittelhessen verfügbar. Damit können Hörer in ganz Hessen individuell wählen, welche Regionalvariante sie gerne empfangen möchten. „Die Menschen liebten ihre Regionen und wir liefern ihnen glaubwürdigende beschreibende und unterhaltende Informationen“, machte Krupp deutlich und verwies darauf, dass seit September 2017 der Dienstag unter der Überschrift „Heimat Hessen“ stehe. Hier gebe es um 20.15 Uhr mit der Sendung „Städtetrip“ ein neues Format mit Tobias Kämmerer, der eine Stadt und ihre Umgebung besucht und Insider-Tipps für einen eigenen Ausflug in die Stadt gibt. Außerdem gebe es eine neue Staffel von „Herrliches Hessen“ und neue Folgen von „Erlebnis Hessen“.

In der anschließenden Diskussion mit den Aufsichtsräten, hochrangige Vertreter von Kommunen, Wirtschaftskammern und Hochschulen aus Mittelhessen, wurden die Ankündigungen Krupps begrüßt und die Anregung laut, dass ein gesamthessisches Thema auch mit einem Bericht aus den Regionen illustriert werden kann. Geschäftsführer Jens Ihle bot an, in Kooperation mit dem Netzwerk des Regionalmanagements passende Beispiele aus Mittelhessen zu liefern. Bei einem Beitrag zum Thema „Unternehmensnachfolge“ habe das bereits geklappt: Handwerks- und Industriebetriebe aus Grünberg, Limburg und Steffenberg haben hier die selben Herausforderungen wie in der Metropolregion.