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Newcomer entdecken
Mittelhessen auf der Lahn

Newcomer in der Region beim Newcomers Day@ River Lahn (Foto: Christian Bernhard)

Newcomers Day Mittelhessen erneut auf der Lahn mit Paddeln und Gesprächen über die Region

Nach dem Newcomers Day Mittelhessen auf der Lahn im Sommer 2018 war den diesmal 13 Neu-Mittelhessen und ihrem Begleiter, Christian Bernhard von der IHK Lahn-Dill das Wetter erneut gewogen: ideale Bedingungen für den vergangenen Newcomers Day Mittelhessen auf der Lahn. Dieses Mal startete die Gruppe auf der Lahn in Roth paddelte von dort aus gemütliche 19,8 km bis nach Gießen. Das Ziel, andere „Neulinge“, die in der Region einen Job gefunden haben, kennenzulernen wurde mehr als erfüllt.

Die Newcomers Days in der Region werden von den Mitgliedern des Arbeitskreises „Willkommenkultur“ unter dem Dach des Regionalmanagements Mittelhessen organisiert und von der Hessen Trade and Invest (HTAI), der Stadtwerken Gießen und der AOK Hessen unterstützt.

Die nächsten Termine für die Newcomers Days Mittelhessen finden nach der Sommerpause statt und werden über die Website newcomers.mittelhessen.eu und einen Newsletter bekannt gemacht. Informationen kann man auch beim Regionalmanagement Mittelhessen unter Tel. 0641 948889-0 erhalten.

Oskar Edelmann folgt Klaus Repp
als Stellvertetender Vorsitzender

Übergabe des stellvertetenden Vorsitzes der Gesellschafterversammlung: Klaus Repp, sein Nachfolger Oskar Edelmann und GmbH-Geschäftsführer Jens Ihle (von links nach rechts, Foto: Manuel Heinrich)
Übergabe des stellvertetenden Vorsitzes der Gesellschafterversammlung: Klaus Repp, sein Nachfolger Oskar Edelmann und GmbH-Geschäftsführer Jens Ihle (von links nach rechts, Foto: Manuel Heinrich)

In der heutigen Sitzung der Gesellschafterversammlung der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH wählten die Vertreterinnen und Vertreter der mittelhessischen Wirtschafts-Kammern, Hochschulen und Landkreise sowie den Städten Gießen, Limburg, Marburg und Wetzlar und dem Verein Mittelhessen den stellvertretenden Vorsitzenden: Oskar Edelmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg, wurde einstimmig als Nachfolger von Klaus Repp, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Wiesbaden bestimmt. Er vertritt in den kommenden zwei Jahren Wolfram Dette, der in der Sitzung im Februar als Vorsitzender gewählt worden war. Die Nachwahl war notwendig geworden, weil Repp im September altersbedingt als HWK-Präsident ausscheidet.

Klaus Repp engagierte sich seit der Gründung des Regionalmanagements als GmbH durchgehend in leitenden Ehrenämtern für Mittelhessen: von 2013 bis 2015 als stellvertetender Aufsichtsratsvorsitzender, von 2015 bis 2017 als Aufsichtsratsvorsitzender und von 2017 bis 2019 als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. Als Dankeschön überreichte ihm Rainer Schwarz, der aktuelle Aufsichtsratsvorsitzende, ein Abschiedsgeschenk. Traditionell werden als Spitzenämter im Regionalmanagement alternierend ein Vertreter der Wirtschaft und ein Kommunalvertreter gewählt.

Innovative Ansätze zur regionalen Entwicklung
in Finnland besichtigt

Studienbesuch in Mittelfinnland
Studienbesuch in Mittelfinnland

Dritter Studienbesuch des Interreg Europe-Projektes Threet

Die acht am Interreg Europe-Projekt "Thematic Trail Trigger" (ThreeT) beteiligten europäischen Regionen trafen sich vom 02. bis 05. Juni 2019, um die Praxisbeispiele der finnischen Region Mittelfinnland (fin. Keski-Suomi) zu prüfen.

Die Region mit der Stadt Jyväskylä als regionales Zentrum zeichnet sich durch eine weite Naturlandschaft aus Wäldern und Seen aus. Mit einer Fläche von knapp 20.000 km² ist die Region nur unwesentlich kleiner als Hessen (21.000 km²). Die regionalen Gegebenheiten stellen auch die Basis für die regionale Entwicklung dar. Besichtigt wurden fünf Good Practice-Beispiele, die in Meetings und einem Abschlussworkshop vertieft und auf die Übertragbarkeit in andere geprüft wurden.

Biogas in Mittelfinnland. Die Regionalplanung Mittelfinnlands arbeitet am Aufbau eines Systems zur Produktion, Bewerbung und Verwendung des Treibstoffs für den Verkehr. Besucht wurde ein Bauernhof, der von der Viehzucht auf die Produktion von Biogas umgestiegen ist. Gras und Lebensmittelabfälle werden für die Herstellung des Biogases genutzt, welches durch PKWs oder auch durch Busse im Stadtverkehr Jyväskylä genutzt wird.

Sauna-Region der Welt. Um diesen essenziellen Teil der finnischen Kultur zu fördern, hat sich Mittelfinnland 2015 zur „Sauna Region of the World“ ernannt. Auf 5,5 Mio. Finnen kommen ca. 2 Mio. Saunas. Mittelfinnland ist dabei das Zentrum und beheimatet auch die größten Unternehmen dieses Industriezweiges sowie das Festival für Sauna-Fans aus aller Welt.

Stille als Tourismus-Attraktion. Verankert im Regionalplan von Mittelfinnland sollen 36 Orte der Stille mit insgesamt 157.587 Hektar ausgewiesen werden, wo kein menschliches Geräusch lauter als 35 Dezibel zu hören ist. Diese Orte, die ausschließlich zu Fuß erreichbar sind, sollen mit dem Konzept geschützt werden und zugleich Teil des Tourismus- und Gesundheitssystems werden.

Meijän polku (Unser Weg) – Konzept zur Förderung des Wohlbefindens und der Gesundheitsförderung im Zusammenhang mit dem Naturlehrpfadnetz. Finnland wurde 2018 im World Happiness Report der UN als das glücklichste Land der Erde gekürt. Dabei hatte Finnland jahrelang eine der höchsten Suizidraten unter den EU-Staaten und musste reagieren. Beim Besuch des Krankenhausneubaus in Jyväskylä sowie in Meetings mit touristischen Anbietern und Mitgliedern des Gesundheitsnetzwerk Meijän Polku haben die Teilnehmer Einblicke in die Aktivitäten zur Förderung des Wohlbefindens und der Gesundheit erfahren. Mittlerweile ist die Suizidrate in Finnland auf den EU-Durchschnitt gesunken.

Alvar Aalto-Route in der Region Jyväskylä. Der berühmte Architekten Alvar Aalto, der eng mit den Ideen des Bauhaus verbunden ist, lebte und wirkte in der Region. Dieses architektonische Erbe greift die Tourismus- und Marketingstrategie der Region auf und entwickelte mit Museen, Verwaltungen und touristischen Anbietern ein Angebot für Besucher der Region.

Die Reise wurde von den Teilnehmern aus Mittelhessen als erkenntnisreich und erfolgreich wahrgenommen. „Die Best Practices Beispiele der Region wie die Alvar Aalto-Route, Orte der Stille oder das Konzept der Sauna-Region rund um Jyväskyla versprechen zukunftsfähig zu sein. Die konstruktive Zusammenarbeit mit den europäischen ThreeT-Projektpartnern vor Ort ermöglicht darüber hinaus den Transfer einzelner konkreter Bestandteile für die eigene Region.“ sagte Karin Stichnothe-Botschafter (Stadt Marburg), die als Stakeholderin sowie Gründerin der Behring-Route in Marburg mitgefahren ist. „Zudem habe ich Mittelfinnland als offenen faszinierenden Teil im Norden Europas erlebt. Landschaftlich von Birken-, Nadelwäldern und Seen geprägt, gekennzeichnet durch einen entspannten und zugleich konzentrierten „Spirit“, fügte Stichnothe-Botschafter hinzu.

Für Regionalmanager Christian Piterek waren vor allem die Ansätze und die Konzepte wie in Mittelfinnland die regionale Entwicklung vorangebracht wird sehr innovativ und erkenntnisreich. „Es war interessant zu sehen, wie die Planung aus den charakteristischen Gegebenheiten und der kulturellen Identität Impulse für die regionale Entwicklung generiert und umsetzt. Spannend war auch, wie einzelnen Bestandteile ineinandergreifen und ein gemeinsames großes Gesamtkonzept formen. Die vielen Kontakte von der Regionalplanung, Stadtentwicklung, Marketingorganisationen bis hin zu Hochschulen sowie privaten Tourismusanbietern waren darüber hinaus sehr wertvoll.“

Netzwerk Wirtschaft: Premiere
für neue Vorsitzende

Erster Auftritt der neuen Vorsitzenden Sabine Fremerey-Warnecke beim Netzwerk Wirtschaft im Regionalmanagement Mittelhessen (Foto: Tilman Lochmüller)

Als „einer der Wissenschaftsstandorte in Hessen“ mit überdurchschnittlich guter Verkehrsanbindung attestierte in der vergangenen Woche Tobias Koch vom Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos  Mittelhessen gute Aussichten für die Zukunft. Der Leiter des Stuttgarter Prognos-Büros war als Keynote-Speaker in den Konferenzsaal der Wetzlarer Rittal-Arena gekommen, um die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens des Netzwerks Wirtschaft im Regionalmanagement über Status Quo und Zukunft der Infrastruktur in Mittelhessen zu informieren. Und nachdem Sie bereits bei der Mitgliederversammlung des Vereins Mittelhessen Ende Mai offiziell vorgestellt wurde, konnte bei dieser Gelegenheit die neue Vorsitzende des Netzwerks, Sabine Fremerey-Warnecke, ihre Funktion erstmals auch bei den Mitgliederinnen und Mitgliedern des Kreises von Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Institutionen ausüben. Über das Tages-Thema Infrastruktur in Mittelhessen als Standortkriterium für die Wettbewerbsfähigkeit der Region gab es zudem Impuls-Vorträge von Fremerey-Warnecke, die als Geschäftsführerin der Auto-Müller GmbH & Co. KG über Elektromobilität sprach, Saskia Kuhl, Infrastruktur-Leiterin bei der IHK Lahn-Dill, die "Verkehr und Flächen" zum Thema hatte, und Michael Volkwein, Projektmanager des Geopark e.V., der über digitale Infrastruktur am Beispiel des Tourismus-Hotspots Grube Fortuna referierte.

In seiner Keynote charakterisierte Koch Mittelhessen als eine Region, die Bevölkerungswachstum vor allem entlang von Achsen der urbanen Zentren und der Verkehrsinfrastruktur verzeichnet. „45 Prozent der Kommunen sind von Zuwächsen geprägt.“ Die Abwanderung jüngerer Menschen aus den ländlichen Gebieten bezeichnete er als „Herausforderung“. Bei der Beschäftigung folge die Region weitgehend Bundes- und Landestrends, zeige aber einen starken Schwerpunkt im Metallbereich, der zweieinhalb Mal so stark vertreten sei, wie im Bundesdurchschnitt. Die Eigenschaft Mittelhessens als „stille Reserve“ für das RheinMain-Gebiet sieht der Diplom-Wirtschaftsingenieur differenziert: Während der Gesamtraum „relativ stark nach Süden abgibt“, zeichneten sich die Mittel- und Oberzentren Mittelhessens als „Einpendel-Standorte“ aus.

Das Netzwerk Wirtschaft im Konferenzsaal der Rittal-Arena in Wetzlar. (Foto: Tilman Lochmüller / Regionalmanagement Mittelhessen)
Das Netzwerk Wirtschaft im Konferenzsaal der Rittal-Arena in Wetzlar. (Foto: Tilman Lochmüller / Regionalmanagement Mittelhessen)

Dazu beitragen mag auch die gute Verkehrsanbindung, die über dem Bundesdurchschnitt liege, wie Koch referierte. Der Ausbau der B49 und die Verlängerung der A49 verspreche zudem weitere Verbesserungen. Die Bedeutung Mittelhessens als „Wissenschaftslandschaft“ verdeutliche der hohe Anteil von Studierenden an der Bevölkerung, der mit 64 pro 1000 Einwohnern mehr als doppelt so hoch sei wie im übrigen Deutschland. In seinem Zukunftsausblick wies Koch darauf hin, dass neben dem Ausbau der Verkehrswege auch die „kurzfristige Verfügbarkeit“ von Flächen und der Bedarf an Fachkräften Rollen spielen werden.

In den anschließenden Impuls-Vorträgen ging es um „Perspektiven aus der Wirtschaft“ auf das Infrastruktur-Thema: Als Autohändlerin sprach Sabine Fremerey-Warnecke über die Herausforderungen der Elektromobilität und plädierte dabei für einen breiteren Technologie-Ansatz, der auch die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle umfasst. Dies sei „die sauberste Art, mit der wir uns fortbewegen können.“ Saskia Kuhl, Infrastruktur-Leiterin bei der IHK Lahn-Dill, sprach über eine Machbarkeitsstudie von Kommunen, Unternehmen und IHK über die Verlagerung von Verkehr auf die Schiene. „Der Verkehr wird stark steigen“, sagte Kuhl. Neben Aus- und Weiterbau vordringlicher Projekte wie B49 und A49 sollten RheinMain-Gebiet und Mittelhessen auch auf der Schiene besser angebunden werden – zum Beispiel durch einen viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn. Denn: „Verkehrswege sind die pulsierenden Adern unserer Gesellschaft“, betonte Kuhl.

Michael Volkwein, Diplom-Geograf, Bergwerksunternehmer und Projektmanager des Geopark e.V., machte in seinem Beitrag deutlich, dass „digitale Infrastruktur mindestens genauso wichtig wie Straßenausbau ist.“ Dabei bezog er sich vor allem auf den touristischen Schwerpunkt Grube Fortuna im Lahn-Dill-Kreis, der demnächst durch schnelle Hotspots angebunden wird. „Ich bin froh, dass wir digital angekommen sind“, sagte Volkwein – „damit wir gefunden, bewertet und geteilt werden können“. Trotz 20.000 Besuchern im Jahr hätte es sonst künftig kaum eine Chance gegeben, „touristisch stattzufinden“.

Podium beim Treffen des Netzwerks Wirtschaft: Tobias Koch (Prognos AG), Dennis Pucher (Breitband-Berater), Harald Metzger (Regierungspräsidium Gießen), Jürgen Richter (Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen) und Rainer Schwarz (Oberhessische Versorgungsbetriebe AG) (von links). (Foto: Tilman Lochmüller / Regionalmanagement Mittelhessen)
Podium beim Treffen des Netzwerks Wirtschaft: Tobias Koch (Prognos AG), Dennis Pucher (Breitband-Berater), Harald Metzger (Regierungspräsidium Gießen), Jürgen Richter (Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen) und Rainer Schwarz (Oberhessische Versorgungsbetriebe AG) (von links). (Foto: Tilman Lochmüller / Regionalmanagement Mittelhessen)

In einer anschließenden Podiumsrunde diskutierten neben Tobias Koch Dennis Pucher, Breitband-Berater für Mittelhessen, Harald Metzger, Stellvertretender Leiter des Dezernats für Regionalplanung und Bauleitplanung des Regierungspräsidiums Gießen, Jürgen Richter, Referatsleiter Straßenbau des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, und Rainer Schwarz, Vorstand der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG), Lösungsansätze auf der Planungsebene, um künftigen Herausforderungen an die Infrastruktur der Region zu begegnen.

Erfolgreiche Premiere beim
Startup Weekend Mittelhessen

Sieger, Juroren und Veranstalter beim Startup Weekend Mittelhessen 2019 - erstmals ausgerichtet vom Regionalmanagement Mittelhessen (Foto: Tilman Lochmüller)

Gehhilfe, Plasma und „Vocal Tongue“ beim Final Pitch

Beim Startup Weekend Mittelhessen präsentierten Gründerinnnen und Gründer ihre Ideen – Regionalmanagement Mittelhessen erstmals Ausrichter – Innovative physiotherapeutische Bandage auf dem 1. Platz

Das Konzept für ein innovatives orthopädisches Hilfsmittel hat am Sonntag beim 4. Startup Weekend Mittelhessen die Jury am meisten überzeugt: Das Projekt „Active Shift“ wartete mit einer physiotherapeutischen Bandage auf, die Gelenkschmerzen und -verletzungen heilen soll. Einfach gefallen ist die Entscheidung für die beste Startup-Idee beim „Final Pitch“ in der ehemaligen Maschinenhalle von Heyligenstedt nicht, wie Jurorin Dr. Julie Woletz, Professorin für Social Media an der THM, betonte. Die Sieger haben ihre Idee bereits zum Patent angemeldet und suchen nun Partner. Ausrichter war in diesem Jahr zum ersten Mal das Regionalmanagement Mittelhessen. „80 Teilnehmende, 12 Teams, 14 Expertinnen und Coaches sowie 30 Sponsoren waren Garanten für ein erfolgreiches Startup-Wochenende“, fasste Jens Ihle, Geschäftsführer der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH (RMG), das Wochenende zusammen. Das Startup Weekend Mittelhessen ist ein Baustein des vom Regionalmanagement mit EFRE-EU-Mitteln geförderten Innovationsprojektes Digimit. 

 Startup-Ideen (Foto: Katrina Friese).
Am Freitag Auftakt mit einminütigen Präsentationen der Startup-Ideen (Foto: Katrina Friese).

Die Teams hatten sich nach dem Auftakt am Freitag, bei dem 25 Ideen in einminütigen Präsentationen skizziert wurden, formiert, um sich in den folgenden zwei Tagen mit der Ausarbeitung von Geschäftsmodellen zu beschäftigen. Als zweite gingen am Sonntag die Mitglieder des Projekts „Plasma Panel“ über die Ziellinie: Junge Forscherinnen und Forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen haben einen Weg gefunden, mit Hilfe eines Plasmas multiresistente Keime zu töten. Die Technik, die die Gruppe entwickelte, basiert auf Grundlagenforschung. Auf dem Weg zum Pitch halfen Coaches, dazu passende Geschäftsmodelle zu entwickeln. Den dritten Platz holte sich „Vocal Tongue“: Sänger Marcell Huber hat einen Prototypen gebaut, der Sängerinnen und Sängern in der Ausbildung bei der Stimmentwicklung hilft. Dieser soll und kann aber in der Zukunft auch als Medizintechnikprodukt eingesetzt werden, um Menschen nach einem Schlaganfall bei der Wiedererlangung der Sprachfähigkeit zu unterstützen.

Gelungene Prämiere: RMG-Geschäftsführer vor den Final Pitches am Sonntag (Foto: Tilman Lochmüller).
Gelungene Prämiere: RMG-Geschäftsführer vor den Final Pitches am Sonntag (Foto: Tilman Lochmüller).

Insgesamt war das Themenfeld beim diesjährigen Startup Weekend sehr divers: Zu den vorgestellten Ideen zählten eine Vermarktungslösung für Imker, um die Anzahl von Bienenvölkern zu erhöhen, eine innovative Bestattungslösung, bei der aus Urnen eine Wiese voller Bäume entsteht, eine Sozialplattform für Studierende, die neu in eine Region kommen, eine Abfüllmaschine für den Handel, um Plastik und Verpackung zu reduzieren, eine Analyseplattform, die die digitalen Kompetenzen der Mitarbeitenden analysiert, eine Gesellschaftsspiel, das soziale Ansätze des Wirtschaftssystems in den Mittelpunkt stellt und eine Plattform, die den CO2-Verbrauch von Dienstleistungen misst und zu reduzieren hilft. „Die Talente kamen aus Hochschulen, aus mittelständigen Unternehmen oder aus der Startup-Welt“, sagte Ihle. „Wir haben uns über viele internationale Teilnehmende gefreut, Leute aus Rhein-Main und über ein Gießener Mutter-Tochter Tandem.“

Das spätere Sieger-Team
Das spätere Sieger-Team "Active Shift" beim Pitch (Foto: Tilman Lochmüller)

In der Jury saßen neben THM-Professorin Woletz zudem Andreas Lukic, Managing Partner der ValueNet Capital Partners GmbH und Vorstandsvorsitzender der Business Angels FrankfurtRheinMain e.V., Dr. Detlef Terzenbach, Themenfeldleiter Innovationen und Netzwerke bei der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI), David Wohde von WeWorkLabs und Ali Pasha, Co-Founder von http://hallofrankfurt.de, einem Tech-, Startup- und Lifestyle-Blog für Frankfurt Rhein-Main. Auf dem Weg zum Pitch bekamen die Gründerinnen und Gründer Hilfe der Mentoren Fabian Annich (TalentZ), Serghei Glinca (CrystalsFirst GmbH), Dr. Kai H. Krieger (3Steps & RIVER TALES), Alex Trampisch (SwissCommerce), Hendrik Adam (die.Interaktiven), Christian Deiters (social-startups.de) und Julian Schwarz (forwerts).

Direkt nach den Pitches am Sonntag bekräftigten Vertreterinnen und Vertreter mittelhessischer Wirtschaftsverbände und Standort-Förderer bei einer kurzen Podiumsrunde unter der Moderation von Dozent und Unternehmensberater Georg Schuhmacher ihre Unterstützung für die Startup-Szene. Mit dabei waren Anna Kaczmarek-Kolb (Stadt Marburg), Alexander Cunz (IHK Lahn-Dill), Sabine Wilcken-Görich (Stadt Gießen) und Sascha Drechsel (Hessenmetall). „Die Rathäuser stehen Euch offen für alle Fragen zur Gründung, Förderung und Weiterbildung“, sagte Kaczmarek-Kolb an die Teilnehmer des Wochenendes gerichtet. Das gelte auch für die Industrie- und Handelskammern, fügte Cunz hinzu.

Jens Ihle: „Großer Dank regionale Partner, die Event beworben haben“ (Foto: Tilman Lochmüller)
Jens Ihle: „Großer Dank regionale Partner.“ (Foto: Tilman Lochmüller)

 „Ein großer Dank geht an die vielen regionalen Partner, die das Event beworben haben“, sagte Jens Ihle. Die Premiere mit dem Regionalmanagement als erstmaligen Ausrichter der Veranstaltung sei gelungen, fügte der RMG-Geschäftsführer hinzu, der zudem Martin Lacroix für seine Unterstützung dankte. Lacroix hatte das Konzept des Startup Weekends vor drei Jahren nach Mittelhessen geholt. „Das Startup Weekend Mittelhessen ist ein fester Bestandteil der hessischen Startup Community geworden und soll es weiter bleiben“, betonte Ihle.

Startup Weekend Mittelhessen 2019 - Final Pitches