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Bäckerhandwerk 2.0 traf Virtual
Reality beim Netzwerk Wirtschaft in Limburg

Juniorchef Johann Schäfer beim Rundgang mit den Teilnehmer:innen durch die Backstube der Schäfer Dein Bäcker GmbH beim Treffen des Netzwerks Wirtschaft (Foto: Tilman Lochmüller)

Netzwerk Wirtschaft im Regionalmanagement Mittelhessen trifft sich in Limburg – Themen: Stand der Dinge bei Metaverse und Virtual Reality – Führung durch Bäckerei-Großbetrieb

Angesichts Energiekrise, Lieferketten-Problemen und Krieg in der Ukraine ist die Realität auch in der mittelhessischen Wirtschaft zurzeit von großen Herausforderungen geprägt. Im Kontrast zu dieser aktuellen Wirklichkeit standen beim Treffen des Netzwerks Wirtschaft im Regionalmanagement Mittelhessen am Dienstag virtuelle Wirklichkeiten im Mittelstand und der Blick auf den Wandel in einem traditionellen Handwerk im Mittelpunkt. Die Veranstaltung „Bäckerhandwerk 2.0 trifft Virtual Reality“ beim Familienunternehmen Schäfer Dein Bäcker GmbH in Limburg, einer der größten Bäckereien in Deutschland, bot Einblicke in die Technologien der virtuellen Realität und die Wirklichkeit der Digitalisierung im Mittelstand.

Zunächst lenkte Monika Sommer, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Limburg, im Gespräch mit Sabine Fremerey-Warnecke, Vorsitzende des Netzwerks Wirtschaft, einen ernsten Blick auf die Situation der Betriebe in der Region: „Große Unsicherheiten“ sehe sie bei ihren Mitgliedern, vor allem durch die Lage bei der Energieversorgung. Auch nach der Ankündigung von  Hilfen durch die Bundesregierung „hält sich die Euphorie in Grenzen“. Die Rolle der IHK sieht Sommer darin, auf Rahmenbedingungen hinzuwirken, die Auswirkungen auf die Produktion so gering wie möglich halten. Obwohl die wirtschaftlichen Akteure in Mittelhessen weiter „positiv nach vorne schauen“, sei die Stimmung deutliche verhaltener, als es noch in der Corona-Krise der Fall gewesen sei.

„Die nächsten 14 Tage werden spannend“, sagte Stefan Füll, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden; viel wisse man noch nicht über die Programme, mit denen die Regierung die Krise eingrenzen will, zum Beispiel welche Einsparungen genau erzielt werden müssen, um Nutznießer der geplanten Förderungen zu werden. „Wir brauchen schnell Informationen“, appellierte Sabine Fremerey-Warnecke an den anwesenden Gießener Regierungspräsidenten und Vorsitzenden des Vereins Mittelhessen, Dr. Christoph Ullrich. Für Handwerksbetriebe, zum Beispiel in den Bereichen Heizung und Solar, seien die Energiekosten allerdings „auch ein kleiner Konjunkturmotor“, sagte der Handwerkspräsident. Das Thema Inflation werden jedoch eine Rolle spiele, „darauf müssen wir uns einstellen“, sagte Füll. „Die nächsten Jahre werden nicht so gut wie die vergangenen.“

Einen optimistischen Blick auf die Zukunft riskiert der Facebook-Konzern Meta mit seiner Metaverse-Initiative, wie Thomas Winzer von der Marburger Inosoft AG in seinem Impulsvortrag beschrieb. Laut Winzer wolle der Social-Media-Gigant einen digitaler Raum schaffen, „der durch das Zusammenwirken virtueller, erweiterter und physischer Realitäten entstehe“. Die verschiedenen „Handlungsräume des Internets“ solle so zu einer Wirklichkeit vereinigt werden. Das, was Meta in seinen Werbe-Clips verspricht, sei jedoch zurzeit technisch „nicht ansatzweise“ realisierbar, betonte der Experte. Dennoch erwartet Winzer für die nächsten Jahren einen Durchbruch in diesem Bereich, warnte aber vor der Konzentration von Hardware, Software und Daten bei einem Unternehmen, wie dies bei Meta der Fall wäre.

Wie diese digitale Revolution aussehen kann, demonstrierte der Inosoft-Gründer mit Hardware, die in den Bereichen Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) bereits zum Einsatz kommt. AR-Geräte wie Microsofts Hololens böten sich an, wenn „Informationen angereicht werden müssen“. Dabei werden die digitalen Objekte über das Sichtfeld des Nutzers gelegt. Neben teuren Lösungen wie Hololens funktioniere das in einfacherer Form auch mit Smartphones, zum Beispiel wenn Techniker komplexe Maschinen warten und den visuellen Eindruck vor Ort mit Informationen aus dem Netz ergänzen – eine Herangehensweise, die Inosoft mit einem eigenen Portal unterstützt.

Inosoft-Gründer Thomas Winzer demonstrierte den Mitgliedern des Netzwerks Wirtschaft die Nutzung einer Datenbrille in einer Virtual-Reality-Anwendung. (Foto: Tilman Lochmüller)

Datenbrillen wie jene, die auch Meta anbietet, versetzen den Nutzer dagegen komplett in eine virtuelle Welt – zum Beispiel, um frühzeitig Mitarbeitern in Unternehmen für die Arbeitsumgebung in einer Produktionsanlage zu trainieren, die sich noch im Bau befindet. Als weiteres Beispiel zeigte Winzer eine digitale Rekonstruktion einer mittelalterlichen Synagoge, die Inosoft der Stadt Marburg zu ihrem 800-jährigen Jubiläum geschenkt hatte und die man nun per Datenbrille virtuell erkunden kann. Dem Mittelstand in der Region empfahl Thomas Winzer, Erfahrungen mit der neuen Technologie zu sammeln und dabei auch das Scheitern in Kauf zu nehmen. „Wichtig ist das Anfangen.“

Beim Rundgang durch die Betriebsanlagen des Gastgebers, der Schäfer Dein Bäcker GmbH, erfuhren die Teilnehmer:innen des Netzwerktreffen, wie eine der größten regionalen Backstuben den Spagat zwischen Handwerksbetrieb und Unternehmen mit über 100 Millionen Euro Umsatz im Jahr, 1500 Mitarbeitern und 150 Filialen schafft: Während alle Zutaten nach überlieferten Rezepten von den Mitarbeiter:innen per Hand abgewogen, die Brote von Hand rund gemacht werden, sind Logistik, die großen Öfen und Kühlhäuser in der 14.000-Quadratmeter-Großbäckerei digital optimiert und gesteuert. Gebacken wird aber, „wie zu Großvaters Zeiten auf der Steinplatte“, betonte Firmenchef Johannes Schäfer. Die Gäste des Netzwerks waren von der Produktion und dem Unternehmergeist der Bäcker-Familie Schäfer begeistert.

Die Zukunft ist MINT - mit dem
MINTmit-Netzwerk für Mittelhessen

Ausbau und Vernetzung der MINT-Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche in Mittelhessen mit dem MINTmit-Cluster

Der Landkreis Gießen, die Technische Hochschule Mittelhessen und das Regionalmanagement Mittelhessen machen es sich in den nächsten drei Jahren zur Aufgabe, mit dem Verbundprojekt „MINTmit - MINT-Netzwerk Mittelhessen“ die Neugier am Entdecken und die Lust am Experimentieren zu fördern und damit Fachkräfte von morgen zu gewinnen. Ihr Ziel ist es, mit spannenden Nachmittagsangeboten wie Experimentierwerkstätten, Makerspaces und mobilen MINT-Laboren zu vermitteln, welche Bedeutung Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) haben. „Für Mittelhessen ist es wichtig, MINT-Qualifikationen früh zu unterstützen“, erklärt Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner, aktuell der Vorsitzende des Regionalmanagement-Aufsichtsrates. „Nur so gelingt es uns, als starke Industrie- und Handwerksregion zu bestehen.“

Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren sollen außerhalb der Schule für MINT begeistert und gefördert werden, insbesondere im ländlichen Raum sollen die Angebote stärker vernetzt und ausgebaut werden. Im Produktions- und Wissensstandort Mittelhessen gibt es bereits eine Vielzahl an MINT-Akteuren. Ziel von „MINTmit“ ist es, diese MINT-Aktiven in ganz Mittelhessen zu vernetzen, die Angebote zu bündeln und dabei Synergien zu schaffen. „Als Regionalmanagement bilden wir die ideale Plattform und laden alle ein, sich an dem Projekt zu beteiligen“, betont Manfred Wagner.

Die drei Partner sind im Rahmen des Förderprogramms „MINT-Bildung für Jugendliche“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgewählt worden, um ein regionales Cluster zu bilden. Der Zusammenschluss ist kein Zufall: Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) bringt das fachliche Know-How und sehr viel Erfahrung in der Entwicklung von MINT-Angeboten mit. Prof. Dr. Matthias Willems, Präsident der THM: „Ich freue mich, dass wir als wichtiger Teil des MINT-Netzwerks dazu beizutragen können, dringend benötigte Fachkräfte für die Region zu gewinnen.“ Im Rahmen von MINTmit erweitert die THM ihre derzeit für Jugendlichen-Gruppen entstehenden MINT-Labore für zusätzliche außerschulische Aktivitäten. „Mit ihrer Stärke im MINT-Bereich möchte die THM Freude an MINT-Themen bei Kindern und Jugendlichen wecken und fördern. Daher bringen wir MINT-Experimente mit mobilen Angeboten niedrigschwellig zu den Kindern und Jugendlichen aufs Land, bauen das Angebot an MINT-Laboren für diese junge Zielgruppe an der THM aus und legen besonderen Wert auf die Ansprache von Mädchen u. a. mit einer gesonderten Mädchen MINT-AG“, erläutert Miriam Altenhöfer, THM-Mitarbeiterin in der Zentralen Studienberatung, den Part der Hochschule.

Gemeinsam mit Akteuren im ländlichen Raum des Landkreises Gießen (z.B. Jugendpflegen und Vereinen, Jugendfeuerwehren und Unternehmen vor Ort) sollen Aktivitäten in Form von „mobilen MINT-Laboren“ (MINTmit-Mobil) in die Fläche gebracht werden, um MINT-Interesse zu wecken und vor Ort zu fördern. Das MINTmit-Mobil ist dabei als Plattform konzipiert, die von allen genutzt werden kann. Anita Schneider, Landrätin des Landkreises Gießen, erklärt: „In vielen mittelständischen Unternehmen bleiben derzeit Stellen lange Zeit unbesetzt, weil es an gut ausgebildeten Fachkräften mangelt. Das trifft auch in unserem Landkreis vor allem auf Berufe aus den MINT-Aufgabenfeldern zu. Genau hier wollen wir gemeinsam mit dem Regionalmanagement Mittelhessen und der THM ansetzen. In den kommenden Jahren werden wir weit über die bestehenden guten Angebote in den Schulen hinaus ein großes Netzwerk an Partnern aufbauen, um die Rahmenbedingungen in der Aus- und Fortbildung zu verbessern und bereits bestehende Projekte in die Fläche bringen. Dabei wollen wir das Interesse an diesen Bereichen bei jungen Menschen - insbesondere auch jungen Frauen - wecken, Kompetenzen fördern und Begleitung anbieten. Darin sehe ich einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftegewinnung.“ Der Landkreis Gießen und die THM sehen sich als Piloten, die gewonnenen Erkenntnisse sollen im weiteren Verlauf an die weiteren mittelhessischen Landkreise und Hochschulen transferiert werden. Dr. Manfred Felske-Zech, Leiter der Kreis-Wirtschaftsförderung ergänzt: „Bildung ist eine kreisweite Aufgabe und wir helfen, MINT in die Städte und Gemeinden zu bringen und mit dem Ehrenamt zu verknüpfen – das ist Herausforderung und Chance zugleich.“

Am Ende der Projektlaufzeit soll dieser Wissenstransfer auch für andere Regionen möglich sein, um damit flächendeckend MINT-Angebote insbesondere im ländlichen Raum zu ermöglichen. Mit der Kernkompetenz des Regionalmanagement Mittelhessens, dem Aufbau von Strukturen und der Netzwerkbildung, ist der Verbund für eine erfolgreiche Projektumsetzung gewappnet. Die Betreuung und Kommunikation des Clusters übernimmt im Auftrag des Regionalmanagement Mittelhessen die MIND gGmbH (Mittelhessisches Institut für Nachhaltigkeit und Diversität) als MINTmit-Koordinierungsstelle.

„Wir fördern MINT in der Region mit unserem MINTmit-Preis, den wir aktuell für 2023 und schon seit 2013 alle zwei Jahre ausschreiben“, erklärt Jens Ihle, Geschäftsführer des Regionalmanagements Mittelhessen. „Dadurch wissen wir um den Reichtum an MINT-Akteuren, die wir möglichst alle in einem mittelhessischen MINT-Netzwerk vernetzen und ihre Angebote sichtbar machen wollen.“

„Wir sind mitten in der digitalen Transformation und gestalten den technologischen Wandel - MINT-Förderung bedeutet für mich, die lebendige Industriekultur in Mittelhessen zu erhalten“ betont Manfred Wagner abschließend den ganzheitlichen Ansatz der Zusammenarbeit.

Das MINTmit-Netzwerk wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderprogramms „Regionale Cluster für die MINT-Bildung von Jugendlichen“ bis zum 31. August 2025 gefördert. Mehr Information unter www.mintmit.de

Kontakt MINTmit-Koordinierungsstelle:

Katharina Haack
Regionalmanagement Mittelhessen GmbH
Georg-Schlosser-Straße 1, 35390 Gießen
Telefon: 0641/948889-18, Telefax: 0641/948889-20
E-Mail: mintmit@mittelhessen.org

mittelhessen.digital auf
dem Hessischen Innovationskongress

Die Mitglieder des Netzwerks Mittelhessen.digital werden den HIK um einen Gemeinschaftsstand bereichern.
Die Mitglieder des Netzwerks Mittelhessen.digital werden den HIK um einen Gemeinschaftsstand bereichern.

Regionalmanagement organisiert Gemeinschaftsstand für Netzwerk Mittelhessen.digital auf dem Hessischen Innovationskongress 2022

Am 30. November 2022 trägt die Hessen Trade and Invest den sechsten Hessischen Innovationskongress aus. Nach zwei Onlineausgaben geht es nun endlich wieder zurück zur Präsenzveranstaltung in das Congress Center in Wiesbaden.

Das Regionalmanagement Mittelhessen organisert gemeinsam mit seinen Mitgliedern des Netzwerks mittelhessen.digital dort einen Gemeinschaftsstand, um die Innovationen Mittelhessens in den Fokus zu rücken. Mit dabei sind New Vision IT, netgo, GAL Digital GmbH, iDA Smart Digital Solution, ibo Akademie GmbH, MAXXYS AG, Sylphen GmbH & Co. KG und WeAreGroup GmbH. Das Netzwerk versteht sich als Wegbegleiter, Innovator und Impulsgeber im Rahmen der Digitalisierung für mittelständische Unternehmen in Mittelhessen.

Der Kongress vereint Start-ups, Mittelstand und große Unternehmen, die nachhaltig entwickeln und revolutionär denken. Kurz: NE.RDs. In der diesejährigen Ausgabe widmen sich die Keynotes, Vorträge und Diskussionen den Themen Innovation und Nachhaltigkeit. Ergänzt wird das Programm um eine Ausstellung Innovationsbegeisterter Unternehmen aus Hessen, zahlreicher Hidden Champions und zukunftsweisender Initiativen.

Als Speaker sind unter anderem Prof. Dr. Yasmin M. Weiß, als Digitalisierungsexpertin, Rebecca Freitag - Umweltwissenschaftlerin und Nachhaltigkeitsexpertin und der Nobelpreisträger für Chemie im Jahr 2021, Prof. Dr. Ben List, dabei und lassen die Gäste an ihrem Wissen teilhaben. Durch den Tag führt überdies der Mittelhessenbotschafter, Poetry Slammer und Moderator Lars Ruppel.

Es gibt noch wenige Tickets, wer dabei sein will und uns an dem Stand des Netzwerks mittelhessen.digital besuchen möchte, sollte sich also beeilen. Anmelden kann man sich unter folgendem Link: https://www.hik2022-registrierung.de/registration

StartMiUp und Regionalmanagement
zu Gast bei Geographen

Die Speaker des Abends (v.l.n.r. Marvin Dreesmann, Waldemar Werwai, Benjamin Stuchly, David Handrick, Moritz Hofmann, Astrid Bendix, Philip Schweitzer, Dr. Johannes Drönner)
Die Speaker des Abends (v.l.n.r. Marvin Dreesmann, Waldemar Werwai, Benjamin Stuchly, David Handrick, Moritz Hofmann, Astrid Bendix, Philip Schweitzer, Dr. Johannes Drönner)

„Where next“ Veranstaltungsreihe – Gründung als Karriereoption für Geograph:innen

Veranstaltet vom ECM, dem Gründungszentrum der Justus-Liebig-Universität Gießen, fand am vergangenen Donnerstag, dem 24.11.2022, eine Veranstaltung aus der Reihe „Where next“ statt. Diesmal richtete sich das ganze an Geograph:innen. Mit dem Ziel alternative Karriereoptionen, vor allem mit dem Fokus Gründung, für Studierende des Fachbereiches aufzuzeigen, wurden an dem Abend Gründungsinteressierte, Gründer:innen, und Unterstützer:innen zusammengebracht.

Vorgestellt wurden unter anderem beratende Einrichtungen und Institutionen, wie das Startup-Netzwerk StartMiUp, das von Waldemar Werwai präsentiert wurde und das Mafex Gründungszentrum, vertreten durch Astrid Bendix. Im Nahmen des ECM begrüßte Marvin Dreesmann die Gäste. Benjamin Stuchly vom Regionalmanagement erläuterte anhand eines kreativen Beispiels einer Hochschulgründung die einzelnen Wachstumsphasen einer Gründung und die möglichen Beratungs- und Unterstützungsangebote Mittelhessens.

Außerdem gab es eine Gesprächsrunde mit zwei Unternehmen, die inhaltlichen Bezug zur Geografie haben. Philip Schweitzer und Dr. Johannes Drönner präsentierten zum einen ihr Unternehmen „Geo Engine“. „Geo Engine“ ist eine cloud-basierte Analyseplattform, die Limitierungen existierender Lösungen am Markt überwindet und den Umgang mit großen Mengen Geodaten erleichtern soll. Sie sind dabei auf die geographische Ausgründung aus dem Fachbereich Geographie der Uni Marburg und Vor- und Nachteile einer Exist-Förderung an der Hochschule eingegangen.

Zum anderen erzählte Moritz Hoffmann anhand seines Startups „Modular One“ etwas über die Vorteile der Digitalisierung der Baubranche, vor allem in Hinblick auf die Visualisierung von Bauprozessen zur besseren Materialplanung und zum nachhaltigen Ressourcenmanagement. „Modular One“ bietet dabei Services, um digitale, nachhaltige und standardisierte (Bau-)Prozesse zu schaffen.

Nach den Vorträgen gab es noch die Möglichkeit zum Austausch und zum lockeren netzwerken. Wir bedanken uns für die Einladung, ein spannendes Event und hoffen, dass das Format noch viele weitere Fachbereiche erreicht.

Auf dem Weg zu einer
grünen Zukunft in Mittelhessen

Beim Besuch der FFT Produktionssysteme GmbH & Co KG in Mücke informierte sich die Delegation über den Anlagenbau und Produktionstechnologien für Elektrolyseure.
Beim Besuch der FFT Produktionssysteme GmbH & Co KG in Mücke informierte sich die Delegation über den Anlagenbau und Produktionstechnologien für Elektrolyseure.

Delegation belgischer und französischer Unternehmen und Verbände erkundete das Potenzial für grünen Wasserstoff in Mittelhessen

Wie lässt sich Mittelhessen als attraktiver Wirtschaftsstandort vermitteln – nicht nur für heimische Firmen, sondern auch für Unternehmen aus dem Ausland? Als Gäste einer Delegation haben französische und belgische Unternehmen und Verbände aus dem Energiesektor vor kurzem vier Tage lang die Region erkundet. Ihr Ziel: das wirtschaftliche Potenzial Mittelhessens – insbesondere in den Bereichen grüner Wasserstoff und nachhaltige Mobilitätslösungen – kennenlernen und Kontakte zu hiesigen Unternehmen knüpfen. Initiiert wurde die Reise vom Regionalmanagement Mittelhessen und der Germany Trade & Invest, der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing. Die Außenhandelskammern DeBeLux und Frankreich und die energiewächter GmbH haben die Reise durchgeführt, die im Rahmen des Förderprogrammes „Internationalisierung der Regionen im Strukturwandel“ (ISW) der GTAI stattfand.

Die Teilnehmer repräsentierten dabei namenhafte Unternehmen aus Belgien und Frankreich, darunter der Hersteller von Elektrolyseuren John Cockerill, der Infrastrukturkonzern Artelia Group, Energieverbände & Wasserstoff-Cluster aber auch Start-ups mit innovativen Brennstoffzellen-Technologien. Der Besuch begann im Gießener MakerSpace mit einem Marktüberblick zu Wasserstofftechnologien und Elektromobilität in Deutschland.

Auf ihrer Tour durch Mittelhessen besuchten die Gäste mehrere Firmen & Einrichtungen in den Landkreisen Gießen, Lahn-Dill, Vogelsberg und Marburg-Biedenkopf: bei der Pfeiffer Vacuum GmbH in Asslar, der Holzapfel Group in Sinn, der FFT Produktionssysteme in Mücke und der OVAG in Alsfeld wurde sichtbar, dass in der Region schon eine Reihe von Unternehmen innovative Lösungen und Komponenten für die Wasserstoffwirtschaft anbieten und international erfolgreich vertreiben.
Neben einem Besuch des Kompetenzzentrums für Energietechnik & Energiemanagement der Technischen Hochschule Mittelhessen fanden Diskussionsrunden mit Energieversorgern, Stadtwerken und Mobilitätsdienstleistern statt. Insbesondere der Vogelsbergkreis sticht mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien im Energiemix heraus, weshalb hier künftig die Erzeugung von grünem Wasserstoff angesiedelt werden soll. Auch der Besuch einer sich im Aufbau befindenden Wasserstoff-Tankstelle der Firma Roth in Gießen bot spannende Einblicke in die genutzten Technologien und Herausforderungen, vor denen die Betreiber bei der Etablierung einer H²-Infrastruktur stehen.

Während des Matchmakings herrschte reges Treiben auf der zentralen Netzwerkveranstaltung bei der IHK Gießen (Foto: TilmanLochmüller)
Während des Matchmakings herrschte reges Treiben auf der zentralen Netzwerkveranstaltung bei der IHK Gießen (Foto: TilmanLochmüller)

Zentraler Bestandteil der Reise war eine Netzwerkveranstaltung bei der Industrie- und Handelskammer in Gießen. Hier stellten Unternehmen & Institutionen aus ganz Hessen ihre Projekte und Ziele für eine Wasserstoffwirtschaft vor. So entsteht in Hessen derzeit die größte Wasserstoffzug-Flotte der Welt mit Anbindung bis nach Brandoberndorf in Mittelhessen, was dem Thema Erzeugung und Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur einen großen Vorschub leisten wird. Im Rahmen der Veranstaltung fand außerdem ein B2B-Matchmaking statt, die Gesprächsmöglichkeiten mit den Delegationsteilnehmern wurden rege von einer Vielzahl von Unternehmen, Institutionen und Forschungseinrichtungen aus der Region teil.
Die Mitglieder der Delegation haben dabei erkannt, über welches Potenzial Mittelhessen in Sachen Wasserstoff bereits verfügt. Von einer internationalen Kooperation können beide Seiten profitieren, erste Kontakte zwischen deutschen Akteuren der Energiebranche und den Teilnehmenden aus Belgien und Frankreich wurden bereits geknüpft.

Doch nicht nur Kooperationen sind angedacht. Für Mittelhessen war der Besuch der Delegation auch eine Möglichkeit, die Ansiedlung ausländischer Unternehmen in der Region zu fördern. In den beiden Ländern Belgien & Frankreich bestehen ebenfalls ambitionierte Ziele für den Ausbau von nachhaltigen Mobilitätslösungen und für die Dekarbonisierung der Industrie. Durch das exzellente Know-How der teilnehmenden Unternehmen eröffnet sich die Möglichkeit, bahnbrechende Technologien, innovative Geschäftsmodelle und strategische Investitionen in die Region zu lotsen. Und davon könnte Mittelhessen nachhaltig profitieren, sind sich die Kooperationspartner des Regionalmanagements, die Wirtschaftsförderungen des Vogelsbergkreises, der Stadt und dem Landkreis Gießen sowie der IHK Gießen-Friedberg einig.