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Regionalmanagement begrüßt A 49-
Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes

"Große Erleichterung beim Arbeitskreis und wichtiges Signal für die Region"

„Wir sind sehr erleichtert, dass das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zwei Klagen gegen den Lückenschluss der A49 abgewiesen hat“ erklären Ullrich Eitel, Sprecher des Arbeitskreises A49 beim Regionalmanagement Mittelhessen und Jens Ihle, Geschäftsführer der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH. „Der Planfeststellungsbeschluss vom 30. Mai 2012 ist jetzt höchstgerichtlich erneut bestätigt worden – diese Entscheidung sichert die Planung ab und gibt uns Zuversicht, dass der Bau der letzten beiden Abschnitte wie geplant im Herbst 2020 begonnen werden kann.“ Der Streckenteil von Kassel bis Neuental ist bereits seit vielen Jahren unter Verkehr, ein weiterer Planungsabschnitt befindet sich derzeit bereits im Bau. „Wir hoffen, dass diese Entscheidung dazu führt, dass diese wichtige Infrastrukturergänzung nun endlich kommt.“ Zwei Abschnitte der Autobahn 49 müssen noch realisiert werden, das Urteil bezieht sich auf den Planfeststellungsbeschluss des Hessischen Verkehrsministeriums für den südlichen Streckenabschnitt des Neubaus der Bundesautobahn A 49 zwischen Stadtallendorf und Gemünden/Felda mit dem Anschluss an die A 5 am Ohmtal- Dreieck.

Ullrich Eitel, Geschäftsführer der „Marburger Tapetenfabrik“ in Kirchhain ist zuversichtlich: „Diese Zusage ist ein positives Signal für die international tätigen Unternehmen rund um Stadtallendorf und Kirchhain mit weit über 13.000 Arbeitsplätzen und großen Pendlerströmen.“ Jens Ihle kündigt an, dass der Arbeitskreis weiter über die Maßnahmen informieren werde. „Wir wollen die positive Stimmung in der Bevölkerung nutzen und den Lückenschluss weiter begleiten!“ Nicht zuletzt die Menschen an den Bundesstraßen, die vom Durchgangsverkehr entlastet werden, werden in ihrer Lebensqualität spürbar davon profitieren.

Unter dem Dach des Regionalmanagement haben sich betroffene Kreise und Kommunen, Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Verbände zusammengeschlossen, um sich mit einer Stimme für den Lückenschluss auszusprechen. Mit dem Ausbau der A 49 erhofft sich der Arbeitskreis, die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Mittelhessen weiter zu steigern und so die wirtschaftliche Entwicklung langfristig zu sichern.

Erfolgreicher Start der
digitalen Seminare für Wirtschaftsförderungen

Die Hessen Trade & Invest (HTAI) und das Regionalmanagement Mittelhessen organisierten die Auftaktreihe zu den digitalen Wirtschaftsförderungsseminaren. An drei Terminen wurde das Thema „interkommunale Gewerbegebiete“ aus verschiedenen Perspektiven besprochen. Neben dem Fachinput durch Jörg Lennardt von dem Beratungsunternehmen Moduldrei wurden die Praxisbeispiele der Gewerbegebiete Limes und Interkom vorgestellt.

„Wie viele Regionen ist auch Mittelhessen davon betroffen, dass es immer schwieriger wird, passende Gewerbeflächen zu entwickeln“, sagt Regionalmanager Christian Piterek. Daher wird es aus seiner Sicht in Zukunft noch wichtiger interkommunal zu arbeiten, um attraktive Fläche anbieten zu können.

Aufgrund der aktuellen Situation haben die HTAI und das Regionalmanagement das vor Ort in Mittelhessen geplante Wirtschaftsförderer-Seminar online durchgeführt, aufgeteilt auf drei Tage zu je 1 – 1 ½ Stunden.

  • Teil 1: Herr Jörg Lennardt von Moduldrei zum Thema „Die Entwicklung einer interkommunalen Gewerbefläche und wie betreibt man eine interkommunale Gewerbefläche“.
  • Teil 2: Herr Bürgermeister Michael Göllner, Hammersbach, zum Thema „Zweckverband interkommunales Gewerbegebiet Limes“.
  • Teil 3: Herr Dr. Stefan Blümling, Stadt Marburg: „Praxisfall Interkom am Kreisel in Ebsdorfergrund-Heskem“, der interkommunale Zusammenschluss als GmbH.

„Gerade in den aktuellen, herausfordernden Zeiten waren die Onlineseminare rund um „Interkommunale Gewerbegebiete“ wichtige Impulse. Die gemeinsam mit dem Regionalmanagement Mittelhessen ausgewählten Referenten gaben einen umfassen Überblick über Herausforderungen und Chancen – von strategischen Aspekten bis hin zu Erfahrungsberichten.“ sagte Dr. David Eckensberger Abteilungsleiter Internationale Angelegenheiten bei der HTAI. Durch das neue Format ist es zudem gelungen nicht nur regional sichtbar zu sein, sondern alle hessischen Wirtschaftsförderungen zu erreichen, ergänzt Eckensberger. Dies haben die zahlreichen Anmeldungen von Nord bis Süd so auch bestätigt und entsprechend wird die HTAI dieses Angebot weiter ausbauen.

Die Hessen Trade & Invest GmbH plant in Zusammenarbeit mit den drei Regionalmanagements ab 2021 in den Regionen jeweils ein „Arbeitsfrühstück“ mit den Wirtschaftsförder_innen vor Ort abzuhalten und danach Firmen in der Region zu besuchen. Die Onlineseminare werden auch in „nach Corona-Zeiten“ weitergeführt werden. Im Jahr 2021 sind 6 – 9 Termine zu Themen geplant, die den Wirtschaftsförderungen wichtig sind. Themenvorschläge können über das Regionalmanagement (Christian Piterek piterek@mittelhessen.org) oder direkt an Frau Eva Pittner von der Hessen Trade & Invest GmbH gesendet werden unter: eva.pittner@htai.de.

Digitales Mitarbeiter-Werkzeug
und „Fliegendes Auge“

Feierabend:digital #2: Interne Kommunikation und Berufsbilder im Wandel mit Christian Piterek, Frank Schmidt, Mark Pralle und Yannik Müller in den Räumen der Fabrik19 (Foto: Tilman Lochmüller)

„Interne Kommunikation und Berufsbilder im Wandel“: Virtuelles Networking mit Feierabend:Digital #2 und dem Regionalmanagement Mittelhessen

Auch und gerade in Zeit der Corona-Pandemie setzt das Regionalmanagement Mittelhessen seine Netzwerkarbeit fort – wenn auch auf andere Weise: Annähernd 40 Interessierte haben sich in der vergangenen Woche virtuell per Video-Meeting zur zweiten Auflage von Feierabend:digital getroffen, der diesmal auch in Kooperation mit dem Arbeitskreis Neue Wege zur Fachkräftesicherung des Regionalmanagements Mittelhessen organisiert wurde. „Interne Kommunikation und Berufsbilder im Wandel“ lautete das Thema; Mark Pralle von der Agentur Fabrik19, die auch als Gastgeber fungierte, steuerte den Impulsvortrage bei. Der Arbeitskreis, dessen Leiter Frank Schmidt (ZAUG gGmbH) das Treffen moderierte, hatte Yannik Müller vom Dachdecker-Meisterbetrieb Hans-Werner Müller als Beispiel für „Good Practice“ eingeladen – und dazu zählte auch ein „fliegendes Auge“.

Regionalmanager Christian Piterek ergänzte in persona für das Regionalmanagement Referenten und Moderator beim „digitalen Feierabend“. Kurzfristig nicht dabei sein konnte Claudia Wesner von der Stabsstelle Fachkräftesicherung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. „Fachkräfte zu finden, zu binden und zu halten ist gerade in diesen Zeiten wichtiger und aktueller denn je“, ließ Wesner übermitteln. „Das lässt uns die aktuelle Krise deutlich spüren.“ Die Stabstelle setze deshalb auch künftig im Rahmen der Hessischen Fachkräftestrategie gemeinsam mit den Gestaltungspartnern wie beispielsweise dem Regionalmanagement und dem Arbeitskreis auf gelebte Fachkräftesicherung in Hessen. Zum Kreis der virtuellen Teilnehmer zählte auch Dr. Christoph Ullrich, Gießener Regierungspräsident und Vorsitzender des Vereins Mittelhessen.

Mark Pralle, Geschäftsführer von Fabrik19 und Experte für mobile Premium-Anwendungen und digitales Stadtmarketing, hat seinen Berufsweg als Diplom-Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik begonnen, zählt aber mittlerweile zu den wichtigen Unternehmern der Region, wenn es um Digitalisierung geht. Am Beispiel einer mobilen Mitarbeiter-App, die Fabrik19 für einen deutschlandweiten Retailer entwickelt, zeichnete Pralle ein Bild der Chancen und Herausforderungen solcher Anwendungen und ihrer Umsetzung. Das Smartphone in der Tasche sei ein „mächtiges Werkzeug“, sagte Pralle. Wichtig sei aber auch, die Betroffenen „mitzunehmen“: „Wir haben von der ersten Minute Mitarbeiter und Betriebsrat involviert.“ Mit der App können Nutzer unter anderem Dienstpläne und Nachrichten einsehen sowie Zeiten erfassen; inbegriffen sind aber auch Standort-Funktionen. Neben technischen und organisatorischen Herausforderungen hätten daher bei der Entwicklung auch Sicherheit und intuitive Nutzbarkeit eine wichtige Rolle gespielt.

Sicherheit spielt auf andere Weise auch im Dachdeckerhandwerk eine Rolle. Yannik Müllers Good-Practice-Beispiel eröffnet dabei eine neue Dimension: Sein Unternehmen nutzt eine Drohne, um anstehende Arbeiten an Gebäuden zu begutachten. „Wir kommen so an Orte, an die wir sonst nicht rankommen“, berichtete Müller. Auf diese Weise könne sein Betrieb effektiver arbeiten und zum Beispiel Schäden schneller feststellen und genauer kalkulieren – „ohne Gerüst oder Hubwagen“. Auch wegen der Sicherheit könnte sich Müller vorstellen, dass Drohnen in diesem Bereich zum Standard werden, denn so müsse für diesen Zweck niemand mehr auf ein Dach steigen. 13 Prozent der Dachdecker-Betriebe nutzten deutschlandweit bereits Drohnen, sagte Arbeitskreis-Mitglied Manfred Weber von der Handwerkskammer Wiesbaden per Chat während der Veranstaltung.

Über den Arbeitskreis Neue Wege zur Fachkräftesicherung:

 Der Arbeitskreis „Neue Wege zur Fachkräftesicherung“ des Regionalmanagements entwickelt Konzepte, um zusätzliches Potenzial an Fachkräften für die Region zu aktivieren. Dabei bleiben jedoch bisher Potenziale ungenutzt, weil An- und Ungelernte, Berufsrückkehrer/innen und Arbeitnehmer/innen, die nur in Teilzeit arbeiten können, als Quelle zur Fachkräftesicherung noch unzureichend wahrgenommen werden. Der Arbeitskreis möchte die Vorteile und Chancen dieser Zielgruppen näherbringen, über Unterstützungsangebote und „Gute Beispiele“ informieren und so neue Wege zur Fachkräftesicherung aufzeigen. Arbeitskreis Neue Wege zur Fachkräftesicherung.

Vereins-Mitglieder im virtuellen
Dialog mit Mittelhessen-Botschafter

Prof. Dr. Werner Seeger im Austausch mit dem Vereinsvorsitzenden Dr. Christoph Ullrich, Geschäftsführer Jens Ihle und Finanzvorstand Heiko Stock (von unten nach oben)
Prof. Dr. Werner Seeger im Austausch mit dem Vereinsvorsitzenden Dr. Christoph Ullrich, Geschäftsführer Jens Ihle und Finanzvorstand Heiko Stock (von unten nach oben). Die anderen Mitglieder waren nicht mit Kameras sichtbar.

Prof. Dr. Werner Seeger im intensiven Austausch bei der virtuellen Mitgliederversammlung des Vereins Mittelhessen

"COVID-19 war für uns alle neu, von Mitte März bis Mitte Mai hatten wir am Universitätsklinikum 201 stationäre Patienten mit diesem Virus. Es macht uns glücklich, dass davon über 70 Prozent überlebt haben, das ist eine irre gute Zahl, und dafür haben wir einen gigantischen Aufwand betrieben. Das schaffen Sie nur durch das Zusammenspiel von hoch qualifizierten Kräften, wir können dankbar sein, dass wir diese haben!" In eindrucksvollen Worten und Zahlen berichtete der Ärztliche Direktor am Universitätsklinikum Gießen und Marburg, der Lungenforscher Prof. Dr. Werner Seeger von den Auswirkungen des Corona-Virus auf die Region Mittelhessen. "Im Zusammenspiel mit allen Kliniken der Umgebung haben wir es geschafft, die Kontrolle über die Situation zu halten. Inzwischen bekommen wir Briefe von Patienten, die wieder Fahhrad fahren können." Die Möglichkeit, Fragen zu stellen, wurde intensiv genutzt: wann können Chöre wieder singen? Wie ist die Situation in Zügen, Bussen und Autos? Gibt es Medikamente, die helfen? Professor Seeger fand auf jede Frage eine Antwort, auch wenn diese "So genau wissen wir das noch nicht!" lautete. Die Rolle der Kinder und die Dauer der Immunität seien beispielsweise noch nicht abschließend geklärt. "So eine Situation darf nie wieder eintreten", war seine klare Botschaft für das Gesundheitssystem und darauf gemünzt, dass durch die weltweite Nachfrage und die Lieferengpässe zwischenzeitlich Hygieneprodukte knapp geworden sind.

Waren die Maßnahmen nötig? Wir haben gerade noch rechtzeitig gebremst!

Klar nachvollziehbar war auch die Antwort des Wissenschaftlers auf die Frage nach der Notwendigkeit der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie: "Wir hatten in der 15. Woche eine Verdoppelung der Patienten in drei bis vier Tagen und zu dem Zeitpunkt 60 Covid 19-Patienten auf der Intensivstation. Hätte sich der Zuwachs nicht verringert, hätten wir nach acht Tagen 120 Patienten gehabt, nach 12 Tagen 240, nach 16 Tagen 480 und nach nur 20 Tagen 1920 zu beatmende Patienten - in der Folge wären das Zustände wie in der Lombardei gewesen, das hätte niemand bewältigen können!" Selbst bei einer ausreichenden Bettenzahl hätte es nicht genügend spezialisiertes Personal gegeben; von den Mitarbeitern haben sich nur zwei angesteckt.

Neben dem Dialog mit dem Mittelhessen-Botschafter standen für die Mitglieder - 46 waren der Einladung des Vorsitzenden, Dr. Christoph Ullrich, gefolgt, der Rückblick auf das Jahr 2019 im Mittelpunkt: die Internationale Schule Mittelhessen mit den beiden Standorten in Marburg und Wetzlar hat im September 2019 ihren Betrieb aufgenommen. An der Marburger Steinmühle mit einer ersten und einer zweiten Klasse und der Wetzlar Friedrich Wilhelm Raiffeisen-Schule mit einer ersten Klasse werden insgesamt 48 Kinder beschult. Das bilinguale Schulangebot wird von Eltern aus sieben Nationen und zieht interessierte Schülerinnen und Schüler auch aus Deutschland an.

Ebenfalls neu gegründet wurde das Netzwerk "Mittelhessen.Digital", in dem sich 16 digital arbeitende Unternehmen - allesamt Mitglieder im Verein Mittelhessen - zusammen geschlossen haben und gemeinsam innovative Veranstaltungs-Formate und Angebote entwickelt haben. Sie sehen sich als Unterstützer und Sparriingspartner für die Region, gerade bei akuten Problemen im Kontext der digitalen Transformation.

Neben dem Vorsitzenden, Regierungspräsident Dr. Ullrich, standen auch Finanzvorstand Heiko Stock und der Geschäftsführer des Regionalmanagements, Jens Ihle, den Mitgliedern Rede und Antwort. Nach knapp zwei Stunden gab es viel Lob für das neue interaktive Format und die Gewissheit, dass es nicht die letzte interaktive virtuelle Veranstaltung des Regionalmanagements gewesen ist.

Regionalmanagement
hostet erstes Gründerwebinar

Im Dialog mit der Gründercommunity: Isatu Waag (link), Sebastian Heye (o.r.), Benjamin Stuchly (u.r.) und Dr. Michael Reckhard
Im Dialog mit der Gründercommunity: Isatu Waag (link), Sebastian Heye (o.r.), Benjamin Stuchly (u.r.) und Dr. Michael Reckhard

Found it 20 statt COVID-19: Gründer im Fokus

Liquidität, Personalführung und Automatisierung – mit diesen hochaktuellen Themen beschäftigte sich das erste Gründer Webinar unter dem Namen „Found It 20“. Gründer und Startups erhielten neue Anregungen und Hilfestellungen für ihre Arbeit in Zeiten von COVID-19. Sie konnten bereits vorab Fragen an die Speaker stellen, die diese in ihren Vorträgen beantworteten. Isatu Waag, Gründerin von ecozins, gab Einblicke zu Leadership in Zeiten von Corona, Dr. Michael Reckhard von der WiBank sprach über Liquidität und Investments in einer Zeit ohne Präsenz-Pitches und Sebastian Heye, Gründer von WeMakeFuture, gab den Teilnehmenden einen Einblick in die Welt der Automatisierung. Eröffnet wurde das Webinar durch Organisator Benjamin Stuchly, Ökosytemmanager des EU-geförderten Projektes Digital-Gründung-Innovation Mittelhessen (DiGIMit). “

ecozins-Gründerin Isatu Waag machte den Auftakt mit einem Einblick in ihre Laufbahn und die Herausforderungen für sie persönlich in dieser Zeit. „Man macht einen Sprint und dann kommt jemand und stellt einem ein Bein“, so erklärt Waag die Corona-Krise. Als besonders problematisch beschrieb sie, dass Gründer nun keinen Einfluss mehr haben, welches dem Gründungsgedanken widerspricht und ein Gefühl von Ohnmacht erzeugen kann. Auch ihr fiel es anfangs schwer, optimistisch zu bleiben. Das 100% digitale Geschäftsmodells bot eine gute Basis, um „wie gewohnt“ weiterzuarbeiten, doch wie funktioniert das in der Realität?

Waag teile ihre drei größten Herausforderungen im Webinar:

  1. „The new normal“ akzeptieren und positiv bleiben

 Die aktuelle Wirtschaftskrise führte zu finanziellen Einbußen und Zurückhaltung bei Anlegern von ecozins. Es ist die erste ihrer Art für „unsere Generation“, so Waag, doch auch diese Zeit geht hoffentlich früher oder später zu Ende. Sie beschäftigt sich daher mit der Vorbereitung auf die Phase nach Corona, wenn die Wirtschaft sich wieder erholt.

  1. Authentisch mit der eigenen Unsicherheit umgehen und gleichzeitig den Druck abfedern

Man sollte die persönliche Unsicherheit offen kommunizieren, denn niemand weiß, wie die Wirtschaft in einem halben oder auch in einem Jahr aussehen wird. Besonders als Führungskraft sollte man einen Puffer darstellen. Es gilt, eine Schockstarre zu vermeiden und seinen Aufgaben weiterhin gut nachzukommen.

  1. Remote arbeiten und auf Distanz führen

Remote Working war von Anfang an als Option vorgesehen, doch die Entscheidung fiel sehr schnell und alle mussten sich erst an die neue Situation im Home Office gewöhnen. Besonders das Vertrauen untereinander rückte in den Vordergrund, die Art zu führen verändert sich, auch wenn die Basis gelegt ist.

Die Herausforderungen haben dazu geführt, dass auch positive Aspekte entstanden sind und einige Punkte in Zukunft weitergeführt werden:

 Isatu Waag fasst ihre Learnings aus der Pandemie zusammen

Waag schloss optimistischen Worten „wir sehen blauen Himmel hinter den Wolken“.

Liquiditätsexperte Dr. Michael Reckhard von der WiBank teilte sein Wissen und seine Einschätzungen mit den Gründern. Reckhard eröffnete mit dem positiven Statement, er habe „nicht den Eindruck, dass der Appetit auf Investitionen geringer geworden ist“. Die Schwierigkeit liege darin, dass Pitches momentan nur online stattfinden können. Die persönliche Note fehle dadurch, dabei sei gerade diese entscheidend im Investment-Bereich. Seiner subjektiven Einschätzung nach seien erfolgreiche Investments noch möglich, allerdings hauptsächlich durch bereits entstanden Kontakte und Empfehlungen innerhalb des Investoren-Netzwerks.

Die Sorge sei dennoch groß, dass in Corona-Zeiten Ideen sterben, die die Gesellschaft maßgeblich hätten voranbringen können. „Wir müssen verhindern, dass der Breeding Ground für Investition austrocknet“, so Reckhard. Auf die Frage, ob die COVID-19 Pandemie eine verstärkte Regulierung des Marktes selbst sei, antwortete er „Das glaube ich nicht. Tragfähig, gut und skalierbar – darin wird investiert“. Startups seien weder auf Bundes- noch auf Landesebene vergessen. Innovation gelte als ausschlaggebender Faktor, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Abschließend gab Sebastian Heye von WeMakeFuture einen Einblick in die Welt der Automatisierung, um Arbeitsprozesse zu verschlanken. Doch auf welchen Prozessen sollte der Fokus liegen? Heye nannte Ablage-, Umfrage- und Kundenfeedbackprozesse als Schwerpunkte, kurz alles im Bereich Kundenpflege. Prozesse sollten skalierfähig automatisiert werden, wie beispielsweise Sales-Prozesse: optimiert und erweitert man diese, so ist es möglich, weiterhin mit mehr Kunden in Kontakt zu treten. Einige Punkte lassen sich mit einfachsten Tipps und Tricks automatisieren (mehr Infos in seinem Blogbeitrag).

Im Social Media Marketing beispielsweise lasse sich durch Automatisierung der Aufwand um 3 Stunden wöchentlich reduzieren. Ebenfalls lasse sich die Kundenreise erheblich durch Automatisierung von Salesdaten und Leads verbessern, indem der Kunde z.B. direkt nach Stellen einer Anfrage eine Rückmeldung bekomme. Andernfalls ist es denkbar, dass Kunden zur Konkurrenz wechseln.

Die Pandemie hat auch für Heye eine Änderung der Arbeitsweise mit sich gebracht. „Ich habe die härtesten 13 Wochen meines Lebens hinter mir, ich bin um 5 Uhr morgens aufgestanden und um 1 Uhr nachts ins Bett gegangen, weil ich so viel gearbeitet habe.“, berichtete er. WeMakeFuture habe noch nie so viele Anfragen erhalten wie in der jetzigen Zeit. Dies liege daran, dass Kunden viele Mitarbeiter von heute auf morgen nicht mehr haben halten können, und Prozesse sofort automatisiert werden mussten. Heye sagte, er musste erstmalig Aufträge aufgrund des hohen Arbeitspensums ablehnen. Abschließend wünschte er allen Gründern und Startups weiterhin viel Erfolg.