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2. Innovationsforum
Mittelhessen am 3. März 2021 als Online-Event

Am 3. März 2021 findet das zweite Innovationsforum Mittelhessen statt und wir laden Sie herzlich ein, sich für die Online-Teilnahme anzumelden!

Wie Unternehmen Innovation steigern und Transformation gestalten können

Ideen, Impulse und Beispiele zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle für kleine und mittelständische Unternehmen – das sind die Zutaten für das 2. Innovationsforum Mittelhessen am 3. März 2021 von 9 bis 15 Uhr, das vom Regionalmanagement Mittelhessen angeboten wird. Die kostenfreie Anmeldung zum digitalen Austausch mit inspirierenden Vorträgen, einer Podiumsdiskussion und interaktiven Ideenwerkstätten ist ab sofort unter www.innovationsforum-mittelhessen.eu möglich.

Die Corona-Pandemie hat es deutlich vor Augen geführt: Die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle ist im deutschen Mittelstand dringlicher denn je. „Wir möchten unseren Teilnehmern zwar einerseits die Herausforderungen der digitalen Transformation aufzeigen, andererseits aber vor allem auch praktische Antworten für die Region aufzeigen und so den anregenden Austausch fördern“, sagt Jens Ihle, Geschäftsführer des Regionalmanagements Mittelhessen. Das Netzwerk-Treffen, das vom Regionalmanagement 2020 ins Leben gerufen wurde, findet dieses Jahr bereits zum zweiten Mal statt. Da das Event dieses Jahr online mittels eines Videokonferenz-Anbieters stattfindet, können sich natürlich auch interessierte Teilnehmer weit über die Region Mittelhessens hinaus beteiligen. Die Anmeldung ist kostenlos.

Keynotes am Vormittag: Innovationskultur und Co-Creation

Die Veranstaltung unter dem Motto „Innovationskultur als Motor der Strategieentwicklung“ gewährt in den Keynotes und in der Podiumsdiskussion am Vormittag zunächst aufschlussreiche Einblicke in erfolgreiche Unternehmen. Die Teilnehmer inspiriert sie so im besten Fall zu eigenen Ansätzen für innovative Arbeitsprozesse und Geschäftsmodelle. Dr. Rupert Stützle, Partner bei McKinsey & Company, geht in seinem Vortrag auf die Herausforderungen der digitalen Transformation in der Automobilindustrie ein. Prof. Dr. Markus Pfuhl, Chief of Strategy bei der Viessmann Group, erklärt, wie Co-Creation als Schlüssel zur Innovation dienen kann. Eine Runde kreativer Unternehmerinnen und Unternehmer diskutiert schließlich über die Bedeutung der Innovation.

Ideenwerkstätten: Interaktive Formate zur digitalen Transformation

In den Ideenwerkstätten am Nachmittag befassen sich die Teilnehmer intensiver und in Kleingruppen mit einem Thema ihrer Wahl. Eine Gruppe beschäftigt sich mit „Führen im digitalen Zeitalter“, eine andere mit „Optimierung bzw. Neuentwicklung eines Geschäftsmodells mittels Digitalisierung“. Außerdem geht es um die Steigerung der Innovationsfähigkeit durch Beteiligung an Startups und Jung-Unternehmen. Die Werkstätten werden von der Hessen Trade and Invest (HTAI)/Technologieland Hessen, IHK Hessen innovativ und den Business Angels Mittelhessen betreut.

Podcasts gewähren bereits vorab Einblicke in Innovationspotenzial

Moderiert wird die Veranstaltung von Katharina Bruns, Redakteurin bei hr-iNFO, dem Informationsradio des Hessischen Rundfunks. hr-iNFO ist Partner der Veranstaltung ebenso wie die HTAI und die Technische Hochschule Mittelhessen. Weitere Informationen zum Programm gibt es online unter www.innovationsforum-mittelhessen.eu. Dort gibt es Hintergründe zu den einzelnen Speakern sowie Podcast-Folgen, die bereits Einblicke in die Arbeit und Herausforderungen mittelhessischer Unternehmen gewähren. So spricht Felix Bonn von der Nolta GmbH aus Cölbe, einer der Teilnehmer am 3. März, bereits vorab über strategische Investments und Inhouse-Akzeleratoren sowie über den wirtschaftlichen Druck, die Innovationsfähigkeit in mittelständischen Unternehmen zu erhalten. Die Veranstaltung ist Teil des Projektes „Ökosytem Digital-Gründung-Innovation Mittelhessen“ (DiGIMit) und wird von der Europäischen Region aus dem Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert.

Das genaue Programm, die Speaker und die Anmeldung finden Sie unter: https://innovationsforum-mittelhessen.eu/
Wir senden dieses Jahr als Hybridevent aus den Studios des Fachbereichs Management und Kommunikation (MuK) der Technischen Hochschule Mittelhessen im Gießener Löbers Hof und freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Mittelstandsdialog mit neuen Videos
zu gelebter Fachkräftesicherung

Video starten Screenshots aus den sechs Videos, die jetzt im Rahmen des Mittelstandsdialogs „Neue Wege in Mittelhessen zur Fachkräftesicherung im Wandel der Arbeitswelt Hessen“ entstanden sind.

Videos werfen Schlaglichter auf die Themen Digitalisierung, Inklusion und lebensphasenorientierte Personalpolitik – Gemeinsames Projekt mit der Stabstelle Fachkräftesicherung in Hessen beim Hessischen Ministerium für Soziales und Integration

Fachkräftesicherung ist auch oder oft gerade in Zeiten der Covid-19-Pandemie ein drängendes Thema für Wirtschaft und Verwaltung in Mittelhessen. Wie Arbeitgeber in der Region mit dieser Herausforderung umgehen, zeigen jetzt sechs neue Videos mit beispielhaften Ansätzen, die bei einer Zusammenarbeit des Arbeitskreises Neue Wege zur Fachkräftesicherung des Regionalmanagements Mittelhessen mit der Stabstelle Fachkräftesicherung in Hessen beim Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) entstanden sind. Die Videos sind ein Baustein des Mittelstandsdialogs „Neue Wege in Mittelhessen zur Fachkräftesicherung im Wandel der Arbeitswelt Hessen“, in dessen Rahmen die Landesregierung mit der Region Mittelhessen bereits seit einiger Zeit intensiv zusammenarbeitet.

Vor allem die Nutzung neuer Potenziale bei der Fachkräftegewinnung stehen bei diesem Konzept im Vordergrund, in dessen Rahmen sechs Videos mit guten Beispielen aus mittelhessischen Betrieben entstanden sind. Neben den Aspekten Berufsrückkehr, ältere Arbeitnehmer_innen und ungelernte Beschäftige, mit denen sich der AK Neue Wege schon seit einiger Zeit beschäftigt, werfen die Filmen Schlaglichter auf die Themen Digitalisierung, Inklusion und lebensphasenorientierte Personalpolitik.

Vor allem die Hebung und Nutzung neuer Potenziale zur Fachkräftesicherung stehen bei der jüngsten Produktion im Vordergrund. Bei einem Akteurstreffen, bei dem neben den Projektverantwortlichen auch Vertretungen der porträtierten Betriebe dabei waren, wurden die Beiträge jüngst vorgestellt. Neben den Aspekten Berufsrückkehr, Nachqualifizierung und Teilzeitausbildung, mit denen sich der AK Neue Wege schon seit einiger Zeit beschäftigt, werfen die Filme Schlaglichter auf die Themen Digitalisierung, Inklusion und lebensphasenorientierte Personalpolitik.

Es sei ein Anliegen, dass die beteiligten Arbeitgeber und ihre Ansätze in der Öffentlichkeit gesehen werden, sagte Claudia Wesner, Koordinierende Leitung der Stabsstelle Fachkräftesicherung in Hessen. „Hessen hat keine Bodenschätze, aber interessante und attraktive Unternehmen und wertvolle Arbeits-, Fach- und Führungskräfte.“ Gerade im Leben und Arbeiten mit Corona zeige sich, wie wichtig die Fachkräftesicherung, insbesondere für die systemrelevanten Bereiche sei – zum Beispiel in der Pflege, im Gesundheits- und Erziehungsbereich sowie dem Handwerk. Ziel sei die Ausschöpfung möglichst aller Potenziale für Hessen und eine „gemeinsame demografie-, digitalisierungs- und diversitätsorientierte Fachkräftesicherung“ – um letztlich „überall in Hessen gut leben und arbeiten zu können“.

Teilnehmer_innen am Online-Akteurstreffen des Mittelstanddialogs
Teilnehmer_innen am Online-Akteurstreffen des Mittelstandsdialogs

Die sechs Videos, die mit Hilfe der zweikopf Agentur als Kreativ-Partner und Cattle Egret Films als ausführendes Team entstanden sind, können auf dem Youtube-Kanal der Hessischen Landesregierung angeschaut werden und sind neben weiteren Informationen zur Fachkräftesicherung in Hessen auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration abrufbar (Link: https://soziales.hessen.de/arbeit/fachkraeftesicherung/neue-wege-mittelhessen-im-wandel-der-arbeitswelt-hessen). In den etwas mehr als vier Minuten langen Beiträgen werden Beispiele gezeigt, wie Mitarbeitende in die Digitalisierung ihrer Unternehmen einbezogen werden können (focus Industrieautomation GmbH, Merenberg und Pfeiffer GmbH & Co. KG, Asslar). Eine Erkenntnis ist die Notwendigkeit guter Personalarbeit und passgenauer Weiterbildungen. Betriebe nutzen die Corona-Krise auch, um ihre Unternehmensstrategie zu überdenken. Einige der besuchten Arbeitgeber haben sich beispielsweise entschieden, ein Mehr an Inklusion in ihren Betrieben zu leben, also Menschen mit und ohne Behinderungen und mit unterschiedlichen Hintergründen zu integrieren (GROSS GmbH, Wettenberg und Logo-Tex e.K., Wetzlar).

Andere Beiträge machen deutlich, wie eine „lebensphasenorientierte Personalpolitik“ dazu beitragen kann, den Wert von Mitarbeitenden als Menschen im Unternehmen anzuerkennen und zu fördern (INOSOFT AG, Marburg und Herbert Betz GmbH & Co. KG, Schotten). Ausdruck einer solchen Politik sind in den gezeigten Beispielen unter anderem Arbeitszeitkonten, Kinderbetreuung und Gewinnbeteiligungen. „Mitarbeiter sind die Schätze des Unternehmens“, hob Frank Schmidt, Leiter des AK Neue Wege, während der Präsentation hervor. Insgesamt strahlen die Filme Optimismus aus und dokumentieren auch den Willen, in der Krise nicht aufzugeben, sondern aktiv zu gestalten und zu kämpfen, sagte Schmidt. Der „hochkarätige Arbeitskreis“ des Regionalmanagements Mittelhessen leiste dazu seinen Beitrag.

In der sich den Präsentationen anschließenden Diskussion stach das Thema Ausbildung hervor: Viele Arbeitgeber können bei der Suche nach Nachwuchs die Zielgruppe wegen der Pandemie nicht wie üblich in Schulen oder auf Ausbildungsmessen treffen. Eine Möglichkeit sei, mit den Schulen digitale Treffen zu vereinbaren, schlug Claudia Wesner vor. Die Arbeitgeberverbände arbeiteten bereits an virtuellen Konzepten, sagte Sebastian Höhn, Referent für Fachkräfteentwicklung und Berufliche Bildung beim Arbeitgeberverband Hessenmetall, Bezirksgruppe Mittelhessen. „Berufsorientierung sollte auch digital stattfinden“, fügte er hinzu. Insgesamt gebe es trotz Krise keinen flächendeckenden Abbau von Ausbildungsplätzen in Mittelhessen.

Links zu den Videos:
Gelebte Fachkräftesicherung in Hessen - YouTube

Projektseite beim HSMI:
https://soziales.hessen.de/arbeit/fachkraeftesicherung/neue-wege-mittelhessen-im-wandel-der-arbeitswelt-hessen

Mehr Informationen dazu folgen bald hier.

Mittelhessen auf Telegram:
Regionalmanagement erweitert Angebot

Neuer Kommunikations-Kanal: Bequem per Messenger umfassend informiert

Das Regionalmanagement Mittelhessen erweitert mit Beginn des Jahres 2021 seine Aktivitäten in den sozialen Medien mit einem eigenen Kanal auf dem Messenger-Dienst „Telegram“. Um interessierte Personen mit aktuellen Information zu versorgen, sendet das Regionalmanagement Informationen an alle angemeldeten Nutzerinnen und Nutzer direkt auf ihr Smartphone. Ihre Daten sind geschützt und die Anmeldung geht ganz leicht.

Anleitung:

Zunächst müssen Sie die App Telegram kostenfrei herunterladen.
Anmelden: Nachdem Sie die App installiert und geöffnet haben, gehen Sie wie folgt vor: Entweder Sie folgen dem dem Link t.me/mittelhessen oder Sie suchen von Hand. iPhone-Nutzer gehen unten ganz links auf den Reiter „Kontakte“ und tippen in das Suchfeld oben ein: „Mittelhessen“. Android-Nutzer drücken oben rechts auf die Lupe und geben dann in das Suchfeld ein: „Mittelhessen“. Wenn Sie nun auf den Kontakt des Regionalmanagements drücken, öffnet sich automatisch ein Chat, in dem Sie auf „Start“ drücken müssen. Bitte beachten Sie: Bei hoher Nachfrage kann es gegebenenfalls einige Stunden dauern, bis Ihre Mobilnummer im Broadcast erfasst wurde. Haben Sie also bitte etwas Geduld, bis die nächste reguläre Nachricht versandt wird. Dies kann unter Umständen zwei bis drei Werktage dauern.
Abmelden: Möchten Sie keine Nachrichten mehr erhalten, schreiben Sie eine Nachricht mit dem Wort STOP an den Kontakt. Sie werden dann umgehend aus dem Verteiler gelöscht. Außerdem erfolgt eine unwiderrufliche Löschung der personenbezogenen Daten. Einzelheiten zur Verwendung Ihrer Daten können Sie in unseren Datenschutzrichtlinien nachlesen. Nach erfolgreicher Abmeldung bekommen Sie eine Bestätigungsnachricht.

Datenschutz: Wenn Sie sich für unseren Broadcast angemeldet haben, sehen wir ausschließlich Ihren bei Telegram hinterlegten Vor- und Nachnamen. Andere Broadcast-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer sehen Ihre Mobilnummer nicht und können Ihnen auch keine Nachrichten schicken, da es sich hier nicht um eine Gruppe, sondern um eine Broadcast-Liste handelt. Ihre Mobilnummer wird von uns nicht an Dritte weitergegeben. Sie wird ausschließlich für den Broadcast genutzt. Sie erhalten von uns keine Werbung, keinen Spam und wir werden Sie auch nicht angerufen.

NUI-Regionenranking: Gründungsneigung
in Mittelhessen steigt überdurchschnittlich

Grafik der unternehmerischen Initiativen 2018 und 2019 im Vergleich sowie der prozentuale Anstieg in Mittelhessen, Hessen und Deutschland
NUI (Neue Unternehmerische Initiative)-Wert 2018 und 2019 im Vergleich sowie der prozentuale Anstieg in Deutschland, Hessen und Mittelhessen (Quelle: Instituts für Mittelstandsforschung Bonn IfM / eigene Berechnungen, Grafik: Regionalmanagement Mittelhessen/Heinrich)

Vernetzte Aktivitäten der regionalen Akteure zahlen sich aus

Das vor kurzem erschienene NUI-Regionenranking (Neue Unternehmerische Initiative) des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) belegt eine gestiegene Gründungsneigung in der Region Mittelhessen 2019 im Vergleich zum Vorjahr: der NUI-Indikator ist von 138,12 auf 145,16 gestiegen und liegt damit über dem deutschen (124,5) und nur knapp unter dem hessischen (146,9) Durchschnitt. Der NUI-Indikator zeigt an, wie viele Gewerbebetriebe pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter in einer Region in einem Jahr neu angemeldet wurden. Neben Existenzgründungen werden auch Betriebsgründungen, Übernahmen und Zuzüge von Gewerbebetrieben sowie Aufnahmen einer gewerblichen Nebenerwerbstätigkeit berücksichtigt.

Seit Sommer 2019 gibt es das das Ökosytem Digital-Gründung-Innovation Mittelhessen (DiGIMit) als EU-gefördertes Projekt beim Regionalmanagement, das den Ausbau des Netzwerks in den Themenfeldern Digitalisierung, Gründung und Innovation stärken soll. Es führt die zahlreichen Aktivitäten auf mittelhessischer Ebene zusammen, die seit Jahren in der Gründungsinitiative Mittelhessen an einem Strang ziehen. Die Gründungsinitiative wurde von der IHK Gießen-Friedberg ins Leben gerufen, für die Fachreferent Vitalis Kiefel eine Bilanz zieht: „Diese Bestätigung unserer gemeinschaftlichen Arbeit freut mich sehr. Existenzgründung und Unternehmensförderung ist einer der Kernbereiche der IHK. Dass wir in der Gründungsinitiative Mittelhessen gemeinsam daran arbeiten, zeigt, wie wichtig das Thema für alle Beteiligten ist.“

Der NUI-Wert wird auf Ebene der 401 Landkreise, Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands erhoben, deren Spannweite hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert. Der Spitzenwert (Landkreis München: 253,4) übertrifft den Schlusslicht-Wert (Kyffhäuserkreis: 65,5) im Jahr 2019 um fast ein Vierfaches. Mittelhessen arbeitet über die Hessische Wirtschaftsförderung HTAI (Hessen Trade and Invest) eng mit der Landesebene zusammen, deren Aktivitäten ebenso wie der Hessische Gründungspreis für eine Sensibilisierung für das Thema beigetragen haben: Hessen liegt mit seinem Wert von 146,9 (2018: 145,5) an vierter Stelle der 16 Bundesländer, sechs Landkreise in Hessen zählen zu den zwanzig Höchstplatzierten.

Einen wichtigen Teil dazu tragen die Hochschulen bei, die sich aktiv an der Förderung der Gründungskultur beteiligen: mit dem Wettbewerb „Hessen Ideen“ auf Landesebene und dem neu gegründeten Startup-Netzwerk Mittelhessen StartMiUp bieten sie hochschulübergreifende Angebote für Gründungsinteressierte und Startups aus der mittelhessischen Wissenschaftslandschaft. Das Verbundprojekt der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Philipps-Universität Marburg und der Technischen Hochschule Mittelhessen wird ebenso regional unter dem Dach des Forschungscampus Mittelhessen gebündelt und arbeitet eng mit DiGIMit zusammen.

Überdurchschnittlicher Anstieg in der Region

In Gesamt-Deutschland hat sich die Gründungsneigung im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig erhöht: Der NUI-Indikator 2019 lag im Durchschnitt um 1,6 Punkte höher als 2018, und zwar bei 124,6. Der mittelhessische Anstieg um 7,04 ist also überdurchschnittlich und umfasste vier von fünf Landkreisen. Einer hat es 2019 sogar in die besten Zehn geschafft: der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist von einem ohnehin guten 36. Platz auf Platz 9 vorgerückt. Die Landkreise, ihre Wirtschaftsförderungen und Gründungszentren engagieren sich ebenso wie die Städte, IHKs und Handwerkskammern in der Gründungsinitiative Mittelhessen. Das Technologie- und Innovationszentrum Gießen (TIG) hat beispielsweise statt des abgesagten Gießener Existenzgründertages ein Gründungsmagazin für Mittelhessen herausgebracht.
Benjamin Stuchly ist der Ökosystem-Manager des Regionalmanagements für das Projekt DiGIMit und bilanziert die ersten 1,5 Jahre seiner Arbeit: „Als ich 2019 begonnen habe, lernte ich eine offene und potenzialreiche Gründungscommunity kennen, mit zum Teil jedoch institutionellen Hürden für die Gründungswilligen. Die Etablierung eines offenen Dialogs, wie sie in der Gründungsinitiative oder bei StartMiUp zu finden sind, fördern den Abbau dieser Hürden und schaffen eine fruchtbare Zusammenarbeit zum Wohle der Region. Ein Wandel der Mentalität ist deutlich erkennbar: Wir reden nicht mehr über Gründende, sondern mit Ihnen!“

Ein Beispiel dieser Zusammenarbeit ist die Unterstützung des Startup Weekends Mittelhessen durch annähernd 40 Institutionen und Unternehmen aus Mittelhessen und dem Rhein-Main-Gebiet. Mit ihrer Hilfe führte das Regionalmanagement die Veranstaltung erstmalig digital durch – mit fast 70 Beteiligten und innovativen Ideen aus acht Teams, die von der Erzeugung von Strohpellets bis zur Herstellung von Katzenmöbeln reichten.

„Wir wollen Geschichten aus der Region erzählen, die andere zum Nachahmen ermuntern“, erläutert Geschäftsführer Jens Ihle und verweist auf die mittlerweile 27 Folgen der Videoserie des Regionalmanagements auf YouTube, in der sich die vielfältige Startup-Community vorstellt.

„Die Gesellschaft mitgestalten"
Interview mit Annegret Puttkammer

Portrait von Annegret Puttkammer (2016)
Annegret Puttkammer bei der Mitgliederversammlung des Vereins Mittelhessen 2016 in Hüttenberg (Foto: Tilmann Lochmüller)

Annegret Puttkammer (Jahrgang 1963) ist Theologin und war von 2011 bis zum Dezember 2020 Pröpstin in der Propstei Nord-Nassau mit Dienstsitz in Herborn. Sie vertrat die Evangelische Kirche Hessen und Nassau im Verein Mittelhessen, 2013 wurde sie in den Vorstand des Vereins gewählt und mehrfach wiedergewählt. Im Dezember 2020 verlässt Puttkammer die Region und den Verein, da sie die neue Direktorin des Neukirchener Erziehungsvereins in Neukirchen-Vluyn bei Düsseldorf wird. Anlässlich Ihres Abschiedes haben wir ein Interview mit ihr geführt:

  • Sehr geehrte Frau Puttkammer, Sie sind seit der Reorganisation des Regionalmanagements 2013 Vorstandsmitglied beim Verein Mittelhessen. Wenn Sie auf diese sieben Jahre zurückblicken: wie ist Ihre Bilanz der Vereinsarbeit?

Anfangs musste diese neue Struktur mit Leben gefüllt werden. Als Vorstand waren wir uns schnell einig: Wir müssen vorrangig die Vernetzung untereinander vorantreiben und viele Begegnungsmöglichkeiten schaffen. Es ist ja nicht so leicht, die mittelhessische Identität zu halten in einer Region, die so viele Landkreise umfasst mit ihren jeweiligen Eigenheiten. Deshalb pflegen wir die Plattformen, auf denen Menschen der Region sich begegnen und austauschen. Aus meiner Sicht sind auch die Mittelhessen-Botschafter und -Botschafter ausgesprochen wichtig – oder die „Industriekultur Mittelhessen“ und die Bildungslandschaft, die hohes Niveau mit kurzen Wegen verbindet.

  • Sie haben die Evangelische Kirche Hessen und Nassau im Regionalmanagement vertreten. Warum ist ein solches regionales Engagement der Kirche(n) sinnvoll?

Ich habe mich nie als Vertreterin einer bestimmten Kirche, sondern der Christinnen und Christen verstanden. Sie sind wesentlicher Teil der mittelhessischen Gesellschaft, ob evangelisch, katholisch oder freikirchlich, und wollen die Gesellschaft mitgestalten im Sinne eines friedlichen und gerechten Miteinanders. Besonders spürbar wurde das, als im Herbst und Winter 2015 so viele Flüchtlinge kamen – da waren die Kirchengemeinden wichtige Kooperationspartner der Kommunen und haben vielerorts schnell und wirklich unbürokratisch mitmenschliche Unterstützung gegeben. Und so wie sich Gemeindepfarrer für die Anliegen ihrer jeweiligen Orte engagieren, so wollte ich mich als Pröpstin in der Breite der Region einbringen mit überörtlichem Engagement.

  • Sie sind künftig als theologischer Vorstand für den Neukirchener Erziehungsverein in Neukirchen-Vluyn tätig und verlassen dafür Nord-Nassau und Mittelhessen: Welche Erinnerungen und Besonderheiten verbinden Sie mit der Region?

Neukirchen-Vluyn liegt – so der Werbeslogan – „zwischen Niederrhein und Ruhrgebiet“. Ich kehre damit dorthin zurück, wo ich aufgewachsen bin. Aus Mittelhessen wird mir aber vieles in bester Erinnerung bleiben: Die geerdeten Menschen, die ihrer Heimat eng verbunden sind. Die hohe Innovationskraft in den mittelständischen Betrieben und die Bereitschaft, Veränderungsprozesse proaktiv mitzugestalten. Und nicht zu vergessen: die bezaubernd Landschaft! Der Niederrhein ist ziemlich flach – das ist zwar gut fürs Radfahren. Aber mein Mann und ich als leidenschaftliche Wanderer vermissen jetzt schon die Wälder des Taunus, die einzigartige Landschaft des Westerwalds und die weiten Ausblicke im Lahn-Dill-Bergland und im Vogelsberg!

Vielen Dank für das Gespräch und für Ihr Engagement für das Regionalmanagement und alles Gute im neuen Wirkungskreis!